Porto Santo – Madeira – Lanzarote – Gran Canaria – Teneriffa – Gran Canaria 1


4 Tage haben wir in Porto Santo verbracht. Der Hafen ist nett und hat erst vor einer Woche den Besitzer gewechselt. Alles haben die neuen Besitzer noch nicht geregelt bekommen, so dass Wäsche waschen völlig umsonst ist. Und das lohnt sich, denn es ist länger her, dass wir gewaschen haben. Im Hafenrestaurant kostet der Kaffee mit Milch 60 Cent und ein Essen für 2 nur 14€. Das ist echt genial. Es gibt einen tollen Sandstrand, der direkt auf der anderen Seite der Mole liegt. Der geht soweit das Auge reicht und es sind nur wenige Leute da. Das Wasser ist toll und hat eine angenehme Temperatur (ca. 23 Grad). Im Nachhinein hätten wir uns gewünscht, hier länger geblieben zu sein, denn auf Madeira gibt es fast keine Strände. Bis zum „Städtchen“ sind es ca. 20 Minuten zu Fuß. Es ist hübsch mit einem schönen Marktplatz und einem Kai, auf dem man ein gutes Stück rauslaufen kann. Schaut man nach rechts und links, sieht man nur Sandstrand. Direkt hinter der Stadt erhebt sich einer der typischen Vulkankegel, der einigermaßen grün in der sonst eher trockenen Landschaft ist. In Porto Santo haben wir auch Live Edge, ein norwegischen Boot, das wir zuletzt auf Borkum getroffen haben, wiedergesehen. Die hatten auch so einiges erlebt unterwegs und konnten wegen ihrem Tiefgang nicht wie wir durch die holländischen Kanäle sondern mussten die Nordsee nehmen wie sie kam – und das war wohl nicht so prickelnd. Aber nun sind sie hier und alle an Bord sind wohlauf. Celsius und Elessis liegen am selben Steg wie wir. Gleich an unserem ersten Abend kam dann auch noch Antares in den Hafen gefahren. Die hatten keine Lust mehr auf Algarve und schlechtes Wetter und sind froh, dass sie jetzt auch so richtig im Süden angekommen sind. Nettes Wiedersehen! Zusammen mit denen machen wir eine Rundfahrt mit einem kleinen Touribus über die Insel. Wir fahren durch Dörfer mit vielen kleinen netten Häuschen und engen Strassen und an Vulkankegeln den Berg hoch um von oben die Aussicht zu genießen. Es ist echt schön hier, weshalb wohl auch die Leute von Madeira hierher kommen, um Ferien zu machen.
Von Porto Santo nach Madeira hatten wir gehofft, dass wir unseren Paraseilor ausprobieren könnten und alles war schon klar auf dem Vordeck montiert. Es sind es nur knapp 30 nautische Meilen, aber mangels Wind mussten wir die leider mit dem Motor zurücklegen. Die erste Nacht lagen wir in einer Ankerbucht am östlichen Ende von Madeira, Baia D’Abra. Ausser uns war noch ein norwegisches Boot da, dort war aber niemand an Bord, als wir ankamen. Die Felswände um die Ankerbucht herum sehen fantastisch aus. Hier sieht man einen Querschnitt durch die Schlote, durch die die Lava nach oben gekommen ist. Und das nicht nur an einer Stelle. Leider ist es in der Ankerbucht sehr unruhig, so dass wir schon am nächsten Tag in den 2nm weiter entfernten Hafen Quinta Do Lorde tuckern. Auch hier ist es sehr unruhig, obwohl wir sehr weit innen im Hafen liegen, da die Mole es nicht schafft den Schwell draußen zu halten, aber besser als in der Ankerbucht. Die ganze Anlage hier besteht aus dem Hafen, vielen Ferienappartements, einem Hotel, einem Restaurant, einem Lebensmittel- und einem Weinladen. Es sieht alles sehr neu und hübsch aus. Leider sind die Touristen hier ganz unter sich und man bekommt überhaupt nichts von den Einheimischen mit. Da schon Nebensaison ist, sind die meisten Appartements nicht bewohnt und es wirkt wie in einer Geisterstadt. Aber im Hafen liegen einige Boote, die wir schon kennen. Elessis und Raw&Wriggling sind hier und auch Celsius. Zusammen mit Eldrid und Rolf nehmen wir den Bus nach Funchal, was ein sehr adrenalinreiches Erlebnis ist, denn der Fahrer hat es auf den schmalen und steilen Strassen recht eilig. In einer Kurve mitten in einem Dorf passen 2 entgegenkommende Busse nur aneinander vorbei, wenn sie beide links aneinander vorbeifahren…. (aber auch nur, weil keiner ein Stück zurück fahren wollte). Zum Glück kommen wir gut an und die Rückfahrt war viel entspannter. Funchal ist eine richtige Grosstadt, aber trotzdem schön. Wir gehen zum Hafen (dort verkaufen sie Gästeflaggen von Madeira für 30 (!)€ – die kosten sonst 6-12€) und bummeln durch die Stadt. Für die nächsten Tage leihen wir uns mit Eldrid und Rolf ein Auto, um die Insel zu erkunden. Madeira ist auch toll. Im Gegensatz zu Porto Santo ist es hier grün und es hat enorme Steilküsten, dafür fast keine Strände. Wir fahren auf den höchsten Berg der Insel und wir haben wirkliches Glück, dass der mal nicht im Nebel verschwunden ist (es muss ja einen Grund haben, dass es hier so grün ist). Selbst jetzt blühen enorme Mengen Blumen am Straßenrand, wie toll muss das erst im Frühling sein. Kühe werden hier entweder zu Fuss oder auf der Ladefläche von normalen Autos (Pick Up) transportiert. Dabei heben die Vorderräder fast ab!! „Gartenabfälle“ von den Bananenplantagen werden auf dem Kopf transportiert. Landwirtschaft ist hier um einiges anspruchsvoller, da es keine flachen Äcker, wie wir es gewohnt sind, gibt. Alles wird an den Steilhängen angebaut, teilweise auf Terrassen, aber meist ohne. Da würde man sich eigentlich schon gerne anseilen wollen, wenn man dort einfach so runterklettern müsste… aber arbeiten dort. Die Bauern haben es nicht so einfach hier. Inzwischen sind auch Antares und Blue Sun hier angekommen. Leider ist mal wieder ein Tiefdruckgebiet im Anmarsch, dass uns viel Wind und Regen bringen soll und wir können nicht wie geplant weiter, sondern sitzen hier etwas länger fest. Wirklich speziell war, dass es bei viel Wind im Hafen weniger unruhig war?!? Wir wollten eigentlich noch tanken, bevor wir auslaufen, aber leider war an der Tankstelle der Diesel leer!! Rolf hat uns etwas Diesel aus einem Reservekanister verkauft, so dass unser Tank jetzt doch wieder voll ist. Da wir jetzt schon wissen, dass wir unterwegs relativ lange keinen Wind haben werden und ein gutes Stück mit dem Motor fahren müssen, ist das beruhigend.
Gleich am Tag nach dem Sturm machten wir uns auf den Weg nach Lanzarote, um noch etwas vom Wind mitzubekommen. In der engen Hafeneinfahrt war es kurz etwas heftig mit viel Wind und Wellen, aber das wurde schnell besser, als wir weiter raus kamen. Es hatte schon noch einige Wellen, aber dafür, dass es bis gestern geblasen hat, waren es erstaunlich wenig. Nach einer Weile taucht das AIS-Signal von Antares auf dem Kartplotter auf und folgt uns. Celsius haben über Funk nachgefragt, wie es draußen aussieht (Wellen usw.), aber von denen ist noch nichts zu sehen. Es ist mehr Wind als angesagt und der hält auch bis nachts um 4 Uhr an. Ein super Segeltag und wir haben beide den größten Teil des Tages selbst gesteuert. Da der Wind von schräg hinten kommt haben wir auch eine leichte Brise im Cockpit, was die Temperatur echt angenehm macht. Den ganzen 2. Tag ist es windstill und wir fahren mit dem Motor. Die Wellen sind weg und es ist nur noch eine leichte Dünung übrig. Sehr angenehm. Vor 2 Uhr nachts in der zweiten Nacht rollt Enno die Genua wieder aus, da wieder etwas Wind aufkommt. Der Sternenhimmel auf dem offenen Meer ist jedes Mal wieder ein besonderes Erlebnis. Bei dieser Überfahrt ist der Mond immer erst in meiner Schicht (also nach 2 Uhr) aufgegangen. In der ersten Nacht sah ich nur etwas hell Erleuchtetes am Horizont und hab mich schon gewundert wie ich ein Kreuzfahrtschiff mit Festbeleuchtung übersehen konnte, als sich herausstellte, dass das der zum Teil von Wolken bedeckte Mond war, der aufging. Als wir von Madeira los sind, hatten wir eigentlich geplant nach Arrecife zu segeln. Als wir dann aber unterwegs waren haben wir uns überlegt, dass der Wind besser passt, wenn wir ans südliche Ende von Lanzarote in die Marina Rubicón gehen. Als wir dort gegen 12 Uhr ankommen, ist es brütend heiss und in der Sonne kaum auszuhalten. Und wir wollen noch weiter in die Wärme?!? Antares, die uns natürlich unterwegs irgendwann überholt haben, sind auch schon da, aber wir liegen weit voneinander entfernt. Der Hafen ist sehr groß, und wir liegen mal wieder an einem Kai mit den einheimischen Booten, weil wir so klein sind. Hier war wohl vor 20 Jahren noch gar nichts, erzählt Inge. Jetzt ist es eine richtige Touri-Meile. Viele Hotels, Restaurants und eine Unmenge von Klamotten- Schmuck- und „was weiss ich alles“- Läden. Aber es ist sehr gepflegt und schön hier, nicht so geisterhaft wie in Quinta Do Lorde. Von Celsius haben wir auf der ganzen Strecke nichts gehört oder gesehen und wir überlegen, ob die überhaupt schon los sind. Wir schicken eine eMail, dass wir im Süden von Lanzarote gelandet sind und nicht wie eigentlich gedacht im Nordwesten. Abends gehen wir zusammen mit Inge und Erhard (Antares) und der Mannschaft von First Step essen. Das ist ein riesiger Katamaran, der an der ARC+ teilnimmt. Das lustige ist, dass die Mannschaft aus Weiler (2km von Schorndorf) kommt. Die Welt ist doch klein. Auf Lanzarote verbringen wir insgesamt 6 Tage. Zusammen mit Inge und Erhard leihen wir ein Auto für 3 Tage und erkunden die Insel. Ich war schon einmal hier, aber Enno noch nie und Lanzarote ist wirklich sehr speziell. Auf einem Markt in Haria gibt es einen Stand, der schwäbische Brezeln verkauft. Nicht gerade billig, aber daran konnten wir nicht vorbei laufen. Leider war das Wetter nicht so toll, und als wir am Mirador del Rio ankamen, war es total nebelig, null Aussicht. Das war dann kein Problem mehr, als wir bei den „Cuevas de las Verdes“ ankamen. Das ist ein 7km langes Grottensystem, das nach dem Vulkanausbruch (La Corona) entstanden ist. Wir laufen ca. 1km davon. Der Höhepunkt war eine supertiefe Grotte. Unser Führer hat ein kleines Mädchen, das bis zur Kante vor musste, gebeten, einen Stein zu werfen. Plopp hat es gemacht, als er die Wasseroberfläche getroffen hat und die tiefe Grotte war weg. Klasse Effekt! Danach sind wir weiter zur „Jameo del Aqua“, einer Grotte, die Cesar Manrique „umgestaltet“ hat zu Restaurant, Pool, Disco und Konzerthalle. In einem See leben blinde kleine weiße Krebse. Alles sehr hübsch. Am nächsten Tag sind wir ins Timanfaya-Gebirge gefahren. Hier sieht man Vulkankrater aus nächster Nähe. Wenn man die Hände zwischen die Felsen steckt, ist es richtig heiss. In einen offenen Schlot streuen sie Stroh, das dann nach kurzer Zeit zu brennen anfängt und im Restaurant gibt es einen Grill, der mit Vulkanwärme betrieben wird. Am dritten Tag waren wir im „Jardin de Cactus und in Arrecife. Im Hafen haben wir nach Celsius Ausschau gehalten, aber da man nicht auf die Brücken rausgehen kann ohne Zugangskarte haben wir sie nicht gesehen. Als wir zurück auf dem Boot waren hatten wir eine neue Mail, dass sie jetzt auch hier im Hafen sind. Schön! Wir haben sie dann auch abends getroffen. Eigentlich wollten wir noch ein paar Tage hier bleiben, aber nachdem Enno den Wetterbericht noch mal angeschaut hat, beschließen wir schon am nächsten Tag direkt nach Gran Canaria aufzubrechen. Für die kommenden Tage ist sonst nur Gegenwind gemeldet. Antares geht morgen weiter nach Fuerteventura. Da es knapp 100nm nach Gran Canaria sind, schaffen wir das nicht ohne ein paar Nachtstunden und da wir tagsüber ankommen wollen planen wir nicht vor 17 Uhr abzulegen. Das verschafft uns auch noch etwas Zeit, um uns mit Eldrid und Rolf (Celsius) zu treffen. Die beiden stehen dann auch auf der Mole und winken und machen Bilder von uns, als wir auslaufen. Super Segelwind, den wir bis ca. Mitternacht ausnutzen können. Davor wird er allerdings schon weniger. Ich schaffe es nicht zu schlafen, bevor meine Wache beginnt, da es unter Deck so laut ist, wenn die Segel nicht stehen (die Schoten schaben an der Reling oder an den Wanten, der Grossbaum schwingt ab und zu hin und her, was immer mit einem Rums endet, wenn das Segel dann doch wieder steht, für eine kurze Zeit…) Wir starten den Motor. Da ich sowieso nicht schlafen kann, löse ich Enno etwas früher ab. Der Sternenhimmel ist wieder toll und es hat Leuchtalgen im Kielwasser! Allerdings ist auf einmal auch viel Verkehr und es sind 8-10 AIS-Signale auf dem Plotter zu sehen. 2 Frachter kommen uns direkt entgegen und einige haben einen Kurs quer zu unserem. Von Fuerteventura sehe ich immer wieder den Schweif eines Leuchtfeuers und dann noch ein sehr helles Licht. Die Richtung passt nicht mit Gran Canaria, aber es passt auch sonst zu nichts. Eine ganze Weile mache ich mir Sorgen, ob es ein Flüchtlingsboot mit Suchscheinwerfern sein kann. Eine Charakteristik vom Leuchtfeuer ist nicht so leicht zu erkennen, da die Wellen so hoch sind und das Licht unregelmäßig verschwindet und wieder erscheint. Nach einiger Zeit bin ich mir aber sicher, dass es das Leuchtfeuer von Fuerteventura ist, und der Schein von etwas anderem kommen muss (Disco?). Irgendwie ist es eine anstrengenden Nacht, obwohl sonst nicht viel passiert. Morgens bin ich total fertig und schlafe 3 Stunden bis Enno mich kurz vor der Hafeneinfahrt von Las Palmas weckt. Gegen 12 Uhr legen wir am Rezeptionskai an. Die Hafenmeister sind nicht so richtig freundlich und beklagen sich, dass wir Kanal 11 nicht an hatten (der Hafenkanal). Naja. Wir bekommen einen Platz mitten im Hafen und haben zum ersten Mal Kontakt mit dem Vertäuen mit einer „Moorings-Leine“. Das ist ein Tau, das am Grund verankert ist und das man an einer Leine, die vorne am Steg befestigt ist, am Boot entlang hochzieht. Eine dreckige Sache. Der Hafenmeister hilft uns und es klappt gut. Wir liegen mit dem Bug zum Steg, das passt besser mit Schatten im Cockpit, allerdings ist es etwas schwerer an Land zu kommen. Zum Glück haben wir einen Stromkasten direkt vor uns, über den wir klettern können. Heute machen wir nicht mehr viel, laufen etwas im Hafen rum (es gibt hier viele Bootsläden) und gehen bald ins Bett. Keine Ahnung warum diese kurze Überfahrt so anstrengend war…
Nun haben wir noch eine gute Woche Zeit bis Klaus kommt und lassen es in Las Palmas erstmal ruhig angehen. Wir freuen uns riesig, dass er kommt und sind gespannt, wie das Bootleben mit 3 Leuten an Bord funktioniert. Da wir die Achterkabine als Stauraum umgebaut haben, haben wir schon einige Tage vor seiner Ankunft die Koje im Salon klar gemacht. Auch dieses Mal liegen an unserem Steg wieder viele einheimischen Boote, aber auch ein paar Langsegler. Wir sind ja das kleinste Boot, das an der ARC teilnimmt, und nun haben wir entdeckt, dass an unserem Steg auch das zweitkleinste Boot liegt. Der Skipper hatte uns natürlich auch schon entdeckt und wusste schon, dass er wegen uns nicht der kleinste ist… Außerdem liegt noch ein Boot am selben Steg, dessen Skipper auch Enno heißt (das wissen wir von der Teilnehmerliste der ARC). Da ist aber im Moment niemand an Bord, aber wir sind gespannt. .
Einmal waren wir am Strand direkt beim Hafen baden, aber das Wasser ist nicht so einladend klar wie in Porto Santo. Bei einem Stadtbummel haben wir aber entdeckt, dass auf der anderen Seite der Stadt noch einen schöneren Strand gibt, Hier hat es auch ein paar Touristen und Hotels und eine lange Strandpromenade. Das Wetter ist einigermaßen wechselhaft und es gibt einige heftige Regenschauer, die uns nicht besonders stören, aber im Landesinneren größere Schäden anrichten. Die sind hier nicht auf so viel Regen eingestellt und die Kanalisation ist auch nicht dafür ausgelegt. Das sieht man auch nach so einem heftigen Schauer, denn dann schwimmt alles mögliche im Hafenbecken rum, das von den Strassen und Gehwegen einfach so ins Meer läuft (die wenigen Schachtdeckel laufen über).
Direkt am Hafen gibt es einige Bootsläden und mehrere Segelmacher. Wir bestellen uns ein Sonnensegel bei einem Segelmacher in der Stadt, kaufen Gästeflaggen für alle möglichen Karibikinseln und auch sonst einige Sachen fürs Boot. Auch unseren Hahn im Bad, der immer schwergängiger wurde (so, dass ich den schon nicht mehr öffnen konnte) haben wir repariert bekommen, für 120€ (Material und Arbeitszeit!, davon kann man in Norwegen nur träumen). Zuerst dachten wir ja, der ist verschmutzt und haben versucht ihn mit Essig wieder sauber zu bekommen, aber als der Mechaniker ihn dann ausgebaut hatte, war er total korrodiert. Messing und Aluminium sollten wohl eher nicht zusammen geschraubt werden. Gut, dass wir beide Hähne haben tauschen lassen. Wir sind froh, dass wir so früh dran sind, denn wenn nun langsam immer mehr ARC-Boote eintreffen sind die Leute in den Bootsläden sicher mehr gestresst und vielleicht sind einige Dinge auch ausverkauft. Wir entscheiden uns auch noch dafür ein zusätzliches Segel zu kaufen. Da die ARC ja startet, bevor der Passatwind so richtig stabil ist, werden wir den Parasailor am Anfang nicht so gut benutzen können. Nun haben wir einen Code-0 bestellt, den wir eine gute Woche vor der ARC geliefert bekommen. Müssen den ja auch noch testen. Außerdem haben wir einen Termin 3 Tage vor dem Start, um Inua aus dem Wasser zu holen und den Rumpf abzuspülen. Sie hat inzwischen einen kleinen Bart, der sich allein mit abbürsten nicht mehr entfernen lässt.
Mit großer (!) Vorfreude holen wir Klaus mit dem Bus vom Flughafen ab. Es hat fast den ganzen Vormittag geregnet und wir waren schon etwas gefrustet, dass das Wetter so schlecht ist, wenn er kommt. Aber als er ankommt ist das Wetter wieder OK und wir können am Donnerstag sogar auf der Ostseite von Las Palmas am Strand baden. Erst sieht der Wetter/Wind-bericht so aus, als ob wir bis Samstag hier fest hängen, aber dann entscheiden wir doch, dass wir wie geplant freitags auslaufen. Wir haben 18-20 Knoten Gegenwind und stampfen mit dem Motor gegen die Wellen an. Als wir am Südende von Gran Canaria den Kurs umlegen können, passt die Windrichtung zum segeln. Der Wind kommt zwar immer noch ziemlich von vorne so dass Inua Schräglage hat. Das kann ganz schön heftig sein für jemand der das noch nie erlebt hat, aber Klaus schlägt sich tapfer. Außerdem begleiten uns plötzlich ein paar Delfine!! In Pasito Blanco legen wir erstmal an einer Betonmauer an. Da gerade Ebbe ist und es dort keine Leiter hat, muss Enno ganz schön klettern um an Land zu kommen. Es ist sehr unruhig hier im Hafen und wir fragen uns, wo wir hier gelandet sind. Aber als Enno zurückkommt haben wir einen Bootsplatz und es ist sogar einer vom Hafen da, der uns beim Anlegen hilft. Es ist mal wieder mit einer Mooringslinie, aber alles klappt gut. Da es bis hierher fast 40nm waren und wir teilweise nur mit 3-4 Knoten gegen den Wind ankamen ist nicht mehr viel Tageslicht über. Der Hafen liegt in einem Ferienressort mit vielen Ferienhäuschen und einem kleinen Laden ganz in der Nähe. Alles schön gepflegt. Am nächsten Tag machen wir uns zu Fuss auf den Weg nach Maspalomas. Das ist ein ganz schön langer Weg und führt uns meist entlang der Hauptstrasse – nicht so schön und außerdem total heiß. Am, Strand ist es voll, aber wir finden einen Platz und Klaus und Enno haben viel Spass in den sich brechenden Wellen. Ich mag es eher ruhiger… Nach einer kleinen Tur über die Sanddünen machen wir uns auf den Rückweg und beschliessen auf dem Heimweg noch eine Kleinigkeit zu essen. Das hätten wir mal besser nicht getan…. Total nass geschwitzt sind wir wieder im Hafen angekommen und haben uns erstmal mit dem Wasserschlauch am Steg abgeduscht, herrlich. Nicht lange nachdem wir abgelegt hatten (kein Segelwind, nur mit Motor), fängt Enno an zu klagen, dass es ihm nicht gut ist. Kurze Zeit später hängt er über der Reling… zuerst denken wir, dass irgendwas fischiges im Essen war, da es mir gut geht. Allerdings auch nur noch eine gute halbe Stunde länger, dann hänge ich auf der anderen Seite über der Reling. Wir haben dasselbe gegessen, Klaus hatte zum Glück was anderes. Der muss nun aufpassen, dass wir niemandem in die Quere kommen, während Enno und ich die Fische füttern. Eigentlich wollten wir nach Amfi del Mar, aber keiner von uns fühlt sich im Stande dort anzulegen. Wir haben Gas weg genommen und sind nur noch mit 3 Knoten unterwegs. Irgendwann wird es einem von uns hoffentlich wieder besser gehen. Als wir uns Puerto de Mogan nähern überlegen wir, dass wir am besten ankern. Den Anker rauswerfen und festziehen ist weniger Aufwand, als im Hafen anzulegen. Unseren Bootsplatz dort haben wir ja erst ab morgen reserviert (schon Wochen im Voraus). Aber als Enno die dunklen Wolken über den Bergen sieht und meint dass das nach Gewitter aussieht, gehen wir doch in den Hafen. Nach vielem hin- und her über Funk, mit nicht mal rudimentären Englischkenntnissen am anderen Ende, kann Enno erklären, dass die Mannschaft an Bord krank ist und wir einen Platz brauchen. Das Anlegemanöver klappt dann auch perfekt, allerdings verschwindet Enno sofort danach unter Deck und füttert nochmal die Fische…. Klaus und ich machen die restlichen Vertäuungen fest und wir sind froh, dass alles gut geklappt hat. Wirklich schade, dass wir in so schlechtem Zustand hier ankommen. Speziell Mogan hätten wir Klaus gerne gezeigt, so macht er sich alleine auf den Weg. Enno liegt unten (inzwischen mit Fieber), ich im Cockpit, bin noch ziemlich schlapp, aber mich hat es lange nicht so schlimm erwischt wie Enno. Armer Klaus, das hätte auch passieren können, wenn er nicht da ist. Celsius, First Step und Antares sind auch hier.
Die Tage danach ist alles wieder im Lot und wir fahren mit Inua raus und noch ein gutes Stück an der Westseite der Insel entlang. Leider wieder Gegenwind und Wellen, aber Klaus gefällts, besonders wenn Inua ordentlich in die Wellen klatscht und eine Dusche übers Deck kommt. Dafür können wir auf dem Rückweg segeln. Mit ein wenig Wind sind die Temperaturen echt angenehm. Leider war zu viel Dünung, um einfach über Bord zu springen und ein Bad zu nehmen. Es ist nicht so leicht wieder an Bord zu kommen, wenn Inua so heftig schaukelt. Abends waren wir lecker italienisch essen. Nach ein paar Gläsern Wein hat es bei Klaus und mir geschaukelt, bei mir vom Wein, bei Klaus waren es wahrscheinlich eher die Nachwehen vom Segeln. Meist schwankt ja die Welt eine Weile, nachdem man ein paar Tage auf See war. Am letzten gemeinsamen Abend waren wir zusammen mit Inge und Erhard von Antares im Restaurant direkt beim Fischerhafen sehr lecker essen, obwohl aus der Paella für Klaus und mich doch nichts geworden ist (sollte 45 Minuten dauern, während die anderen Essen nur 15 Minuten brauchten… ist ja auch blöd). Trotzdem war es ein schöner letzter Abend. Am nächsten morgen bringen wir Klaus noch zum Bus und winken vom Strand aus, als er oben um die Steilkurve und an Tauro vorbeifährt. Bin traurig, es war viel zu kurz!!! Aber es war SCHÖN!!!
Schon gestern hatten wir Kontakt (SMS) mit ShoshanaB (Tulla und Leif). Die liegen hier vor Anker und heute Nachmittag kamen sie mit ihrem Gummiboot bei uns vorbei um sich zu verabschieden. Die starten am 8.11. mit der ARC+ nach Cap Verde und danach weiter nach St. Lucia. Abends haben wir bei unseren norwegischen Freunden von Celsius vorbeigeschaut, die morgen für ein paar Tage nach Hause reisen. Die sehen wir dann auch erst in der Karibik wieder. Bei so vielen Abschieden wird mir irgendwie komisch… Am nächsten Tag macht sich Enno zusammen mit Erhard auf den Weg nach Arguinegúin um die Gasflaschen auffüllen zu lassen. Das klappt allerdings nicht, dafür hat er unsere spanische prepaid-Karte vom Handy aufladen lassen. Leider hat das irgendwie nicht geklappt, so dass wir da noch mal hin müssen. Inge und Erhard nehmen uns auf dem Weg nach Las Palmas mit bis Arguinegúin. Die Dame im Vodaphone-Laden ist die totale Zicke und super unfreundlich, aber wir bekommen eine Nummer, auf der wir anrufen sollen, um die Karte wieder freischalten zu lassen. Das klappt wenigstens gut und nun haben wir wieder 1GB. Wir laufen noch eine Weile in Arguinegúin rum, aber es ist nicht so schön hier, so dass wir bald den Bus zurück nach Puerto de Mogan nehmen. Die nächsten Tage haben wir hauptsächlich gefaulenzt und ein paar Dinge rund ums Boot erledigt. Enno hat die Ruderpinne neu lackiert, so dass sie jetzt wieder wie neu aussieht und ich hab einige Waschmaschinen mit Wäsche gewaschen und das Deck mal wieder ordentlich geschrubbt. Einen Abend haben wir Hüttenachbarn von Diane und Arild getroffen. Das war auch nett. Diane hat uns ein Päckchen mit norwegischer Schokolade mitgeschickt. Ein Teil davon sollte eigentlich Klaus für die Mädels mitnehmen, aber der ist ja nun schon weg – so bleibt uns mehr über den Atlantik 😉 Diane ist echt klasse!
Am 7.11. sind wir wie geplant von Puerto de Mogan abgereist. Enno hatte schon am Abend vorher ausgecheckt und bezahlt, damit wir früh los kommen. Da die Windrichtung in den nächsten 2 Tagen nicht geeignet ist, um direkt nach Las Palmas zu segeln planen wir einen Schlag nach Teneriffa und dann einen weiteren nach Las Palmas auf Gran Canaria. Bis nach Santa Cruz auf Teneriffa sind es ca 45nm, mit 5 Knoten Fahrt wird das 9 Stunden dauern. Da wir gerne bei Tageslicht ankommen wollen und es hier schon vor 19 Uhr dunkel wird wollten wir früh los. Aber daraus wurde nichts, denn Enno hat nachts noch über den Preis gegrübelt (326€ für 14 Nächte) und rausgefunden, dass die uns zu viel abgeknöpft haben. Samstags macht das Hafenbüro aber erst um 9 Uhr auf. Es war ein langer Kampf und Enno hätte fast schon aufgegeben, aber dann hat er doch noch 78€ zurück bekommen. Dafür sind wir dann aber auch erst um 10 Uhr losgekommen. Nach einer Stunde mit dem Motor kam endlich der erwartete Wind auf und wir konnten die Segel setzten. Trotzdem mussten wir teilweise den Motor zu Hilfe nehmen, damit wir es noch bei Tageslicht schaffen. Einmal waren wir auf einem Kollisionskurs mit einem Frachter. Da der ewig seinen Kurs nicht geändert hat, hat Enno ihn auf Funk angerufen (da wir gesegelt sind, hatten wir Vorfahrt). Er hat dann seinen Kurs geändert und wir konnten einfach hinter ihm durchsegeln. Unser neu eingebauter AIS-Alarm (den Klaus mitgebracht hat) funktioniert gut. Bevor man in Santa Cruz in den Hafen einläuft muss man erst um Erlaubnis fragen, da man erst durch den großen Industriehafen muss, bevor man in die Marina kommt. Sehr nette Mariñeros, die uns begrüssen und beim Anlegen helfen. Hier hat es mal wieder richtige Stege, juhuu! Kaum angelegt war es auch schon plötzlich dunkel – gerade noch geschafft. Ein wenig ärgern wir uns, dass wir nicht schon früher nach Teneriffa aufgebrochen sind. Die Landschaft sieht toll aus, ganz anders als Gran Canaria. Wir haben überlegt, ob wie 2-3 Tage bleiben sollten, aber ab Montag soll der Wind direkt von Osten blasen und wir haben keine Lust mit dem Motor dagegen anzustampfen. An- und Abmelden können wir uns leider erst am nächsten Morgen ab 9 Uhr, d.h. wir kommen wieder nicht so richtig bald los und bis Las Palmas sind es 10nm mehr als von Mogan nach Santa Cruz. Aber da wir in Las Palmas schon waren und wahrscheinlich wieder auf unseren alten Platz können, machen wir uns darüber keine großen Gedanken. Es hat Wind zwischen 20-24Knoten, leider nicht ganz aus der angesagten Richtung, aber wir können segeln und das meist mit ca 6 Knoten. Nicht weit von Teneriffa entdecke ich in der rauen See eine Flosse. Es sind 5 und wir sind ziemlich dicht an denen vorbeigesegelt. Die Flossen müssen schon eine gewisse Größe haben, um sie bei so vielen Wellen zu sehen: Wale!! Die Überfahrt verläuft entspannt und heute ist es auch nicht so heiß, da wir erst am späten Nachmittag Sonne ins Cockpit bekommen. Als wir in Las Palmas einlaufen ist es schon dunkel und es ist viel Verkehr. Ein Frachtschiff fährt gleichzeitig mit uns in den Hafen, 2 Schlepper kommen uns entgegen und ein Riesenfrachter liegt vor Anker. Zum Glück müssen wir nicht am Rezeptionssteg anlegen sondern können direkt auf unserem alten Platz anlegen. Das waren 2 klasse Segeltage! Die ARC+ ist heute gestartet und auf dem Weg nach Cap Verde. Hoffentlich bekommen wir in 2 Wochen auch so guten Segelwind.


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One comment on “Porto Santo – Madeira – Lanzarote – Gran Canaria – Teneriffa – Gran Canaria

  • Elke und Udo

    Ihr seid inzwischen durch so viele abenteuerliche Erlebnisse und Erfahungen geprägt, dass Ihr unbedingt noch ein paar entspannte Tage bis zu Eurem Start mit ARC braucht. Hoffentlich werdet Ihr guten Wind und eine unkomplizierte Überfahrt haben.
    Wir sitzen in Gedanken mit im Boot. Viel Glück!! aus Hamburg