Skjervøy – LyngseidetSkjervøy – Lyngseidet


Während dem Frühstück haben wir gesehen, dass ein größeres Segelboot am Bunkringskai anlegt. Aber leider gibt es da ja keinen Diesel. Enno macht sich auf den Weg, um Bescheid zu sagen, dass man Diesel bei Stig bekommen kann. Schon bevor Enno losgeht haben wir überlegt, ob das nicht Berthold mit Kvitebjørn ist. Das Boot liegt normalerweise in Kløkstad im Hafen und wir haben es auch dort schon gesehen. Berthold segelt oft nach Svalbard und wir haben bei Youtube schon tolle Videos von Eisbären von ihm gesehen. Ab und zu war er auf den Videos mit drauf und deshalb erkennen wir ihn. Nachdem er von Stig Diesel bekommen hat legt er sich zu uns an die Brücke und wir kommen ins Gespräch. Svalbard interessiert uns mächtig. Wir dürfen sein Boot anschauen und bekommen auch Kaffee! Wir unterhalten uns super und er zeigt uns auch einen Teil seiner Ausrüstung und erzählt von seinen Touren. Das ist super spannend. Auf dem Weg hierher hat er auf dem Vestfjord Grindwale gefilmt, die neben seinem Boot hergeschwommen sind. Und die haben sogar Laute von sich gegeben. Wir durften den Film sehen, und das ist so beeindruckend. Wir wüschen ihm viel Glück auf seiner Tour und machen ab, dass wir in Kontakt bleiben.

Da man ja im Boot alle schweren Dinge möglichst weit unten verstauen soll, packe ich einige Konservendosen in die Bilge unter dem Tisch. Als wir auslaufen, sehen wir dass auf dem Kartplotter der Kurs, den der elektronische Kompass anzeigt ungefähr 45 Grad von dem Kurs abweicht, den wir wirklich fahren. Enno vermutet, dass ich wieder meine magnetischen Schuhe unter den Tisch gestellt habe. Aber die stehen nicht da. Nach etwas überlegen kommen wir drauf, dass ich die Dosen in die Bilge geräumt hab, die direkt über dem Kompass liegt. Da wir nun eine Erklärung gefunden haben, schalten wir einfach die Linie für den elektronischen Kompass ab. Da guter Wind ist, können wir schon bald Segel setzten. Und da passiert es dann auch, dass sich das Boot schräg legt, gerade als wir zwischen einem Riff und einer Boje durchsegeln. Der Autopilot macht eine Wende um 90 Grad, genau auf die Boje zu und Enno muss schnell das Steuer übernehmen. Es ist uns auf dieser Tour schon 2 Mal passiert, dass sich der Autopilot ausgehängt hat, und wir schnell das Steuer übernehmen mussten. Normalerweise hat sich der Stab dann zu weit rausgedreht und der Autopilot reagiert überhaupt nicht mehr. Dieses Mal ist es anders, er tut noch. Enno kommt drauf, was passiert ist: Als das Boot sich schräg gelegt hat, sind natürlich auch die Dosen in der Bilge verrutscht und haben den Kompass mächtig durcheinander gebracht. Der Autopilot wollte eigentlich nur seinen Kurs halten. Dass Norden sich woanders hinverschoben hat, konnte der Autopilot ja nicht wissen. Man erlebt doch immer wieder Neues 😉 Die Dosen hab ich dann doch woanders verstaut.

Wir wollen zum Lyngfjord. Bis wir dahinkommen segeln wir durch ein Labyrinth von Sunden. Es ist klasse, bis auf die Temperatur. Wir frieren!! Aber wir haben genialen Wind, den ganzen Tag und können bis zum Hafen von Lyngseidet segeln. Hier liegen auch schon wieder Alt-Bekannte mit ihrer HR31 vertäut.

Nachdem es nun das 3. Mal ist, dass wir auf dieses Boot treffen, laden wir die beiden zu einem Glas Wein ein. Es wird ein unterhaltsamer Abend.

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