Sørarnøy – Ørnes


Der Tag fing damit an, dass ich um kurz vor 5 aufgewacht bin, weil mein Zeigefinger gepukkert hat und weh getan. Am Samstag muss ich mir da einen Spreiser eingefangen haben. Jedenfalls hat mir Enno um 5 mit einer Nähnadel, die er vorher mit dem Feuerzeug sterilisiert hat einen Mini-Abszess aufgestochen. Danach gings besser.

Die Fugløya im Hintergrund

Haben bis nach 10 Uhr geschlafen und wir waren mal wieder das letzte Boot, das die Brygge verlassen hat. Noch eingekauft und getankt (kein avgiftsfri!) in Sørarnøy. Heute segeln wir um Kunna. Das sieht auf der Landkarte aus wie ein Polyp, von Bodø aus sieht man nur einen einzelnen Berg. Danach sind wir im Helgeland.

Die vielen hohen Wellen von gestern sind verschwunden und auch ein Grossteil vom Wind. Aber es reicht trotzdem noch und wir können das meiste segeln. Nur an der Fugløya und um Kunna herum brauchen wir die jerngenua.

Kunna ist ganz schön hoch. Sehr beeindruckende Felswände. Fehlt nur noch dass die Vorfahren Aragorns zur Begrüssung ins Helgeland riesig gross in Stein gehauen sind. Vor Kunna ist es relativ flach, so dass bei schlechtem Wetter wohl ungünstige Wellen auftreten. Heute war es total still und wir haben öfter ganze Fischschwärme aus dem Wasser springen sehen.

der Autopilot steuert

Hatten erst überlegt nach Støttvær zu segeln, aber dahin sind sicher viele unterwegs und ausserdem haben wir gedacht, dass eine Apotheke nicht schlecht wäre, falls mein Finger noch röter und dicker wird. Haben noch 2 Mal reingestochen und Eiter rausgeholt. Also sind wir nach Ørnes, hier gibt es alles. Es ist ein schöner Hafen mit einem guten Servicehaus, das sogar einen grossen Aufenthaltsraum und Waschmaschine und Trockner hat. Kurz vor Ørnes haben wir einen Schweinswal (nisse), nicht weit weg von uns gesehen.

WM: Einen Teil der ersten Halbzeit haben wir auf dem Boot im Radio (Internet) gehört. Aber in der Halbzeit haben wir in Pub gefunden wo das Spiel lief. Tja, das wars nun, aber die Spanier waren wirklich besser. Enno ist ein bissle traurig.

Kunna

Konnte natürlich nicht spülen, aber Enno hat es genauso gut gekonnt. Habe abgetrocknet und die Einwohner fanden das wohl spannend. Standen an der Mole und haben zugeschaut…

Danach haben wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang über die Mole gemacht, als wir auf einmal ein richtiges Geschrei gehört haben. Ich dachte erst, es seien Möwen, aber es hat sich nicht so typisch angehört. Und dann haben wir gesehen, dass 2 Otter miteinander gekämpft haben. Nicht weit vom Ufer entfernt und die haben sich auch gar nicht stören lassen, die sind wie wild aufeinander losgegangen. Und die Geräusche klangen wie ein alter Zaharztbohrer. Auf einmal kam der eine Otter genau auf uns zu geschwommen und ist an Land geklettert. So nah haben wir noch nie einen Otter gesehen. Ich hatte ja etwas Angst, dass der so sauer ist und alle Steine auf einmal hochhüpft und uns anspringt – die haben ja so scharfe Zähne. Hat er aber zum Glück nicht gemacht, aber er war mächtig aus der Puste, wie haben ihn deutlich unter den Steinen schnauben hören. Einmal ist er noch zwischen den Steinen durchgekommen und hat uns entdeckt, danach ist er verschwunden. Schade, dass wir keinen Foto dabei hatten.

 

 

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