Henningsvær – Røssøy (über den Vestfjord) 1


Für heute ist guter Segelwind angesagt, und das wollen wir ausnutzen, um über den Vestfjord zu kommen. Wir planen trotzdem einen kurzen Abstecher nach Skrova bevor wir den restlichen Vestfjord überqueren. Nach dem Frühstück machen wir allerdings erstmal einen Spaziergang durch Henningsvær. Bjørn versucht Diesel zu bekommen, aber beide Zapfsäulen sind außer Betrieb. Wir haben auch noch 20 l im Kanister, so dass wir ihnen notfalls aushelfen können. Aber der Plan ist es, heute möglichst viel zu segeln. Henningsvær ist ein belebtes Örtchen, wobei sicher die Touristen den größten Teil ausmachen. Wir kaufen noch Brot und Obst, dann legen wir ab. Als wir aufs offene Meer rauskommen ist erstmal gar kein Wind und wir erinnern uns, dass das beim Vestfjordseilas auch immer so ist, der Wind wird weniger, je näher man den Lofoten kommt.

Leider wird der Wind nicht mehr und kommt auch aus der entgegen gesetzten Richtung als angesagt. D.h. dass wir noch mit einem Streifen Windstille rechnen müssen, bevor er auf nördliche Richtung dreht. Wir rufen TussiTo über Funk und schlagen vor, dass wir Skrova auslassen und direkt über den Vestfjord gehen. Wenn die noch ewig mit Motor fahren müssen, könnte der Diesel knapp werden (wir hatten ja mit gutem Segelwind gerechnet, und nicht dass wir mit dem Motor den Fjord überqueren). Nachdem wir durch die Windstille durch sind, dreht der Wind und es bläst ein wenig mehr, 8 Knoten. Wir ziehen das Grossegel hoch und setzten den Genakker. So segeln wir mit 3-4 Knoten über den Vestfjord. Das ist nicht sehr schnell, aber wir kommen vorwärts. Mittendrin verschwindet der Wind dann mal wieder für eine Weile ganz, kommt aber zum Glück wieder. Allerdings direkt von hinten. Eine Weile segeln wir mit dem Genakker auf der einen Seite, Grossegel auf der anderen Seite. Wenig Wind und Wellen machen, dass ich den Baum die ganze Zeit halten muss, dass er nicht auf die andere Seite kommt. Enno muss von Hand steuern und die ganze Zeit aufpassen. Das ist nicht gerade gemütlich. Wir holen das Grossegel runter und segeln nur mit den Genakker weiter. Das kostet uns einen halben Knoten Fahrt, aber es ist viel angenehmer, der Autopilot übernimmt wieder das Steuer. Als wir die Segel runternehmen, um nach Røssøy reinzukommen, nimmt der Wind zu und der Windmesser misst so viel Wind wie den ganzen Tag nicht… Wer soll das verstehen?!?

Røssøy ist sehr hübsch, mit vielen roten Häuschen direkt am Wasser und Angeltouristen. Das Wasser ist supergrün und nicht tief. Wir essen heute bei uns an Bord und machen danach noch einen längeren Spaziergang bis nach Steigen. Wir sehen einen tollen Sonnenuntergang hinter den Lofoten. Da es hier so flach ist, hat sich das Meer weit zurückgezogen und die Landschaft sieht aus wie im Wattenmeer.

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Es ist lange nach Mitternacht, als wir wieder bei den Booten ankommen. Inzwischen hat sich der Wind gelegt und es ist friedlich im Hafen. Da es nicht tief ist können wir noch ein paar Krabben beobachten, die den Meeresboden erkunden.

Morgen gehts nach Kjerringøy, und danach trennen sich dann unsere Wege. Unser Urlaub ist bald vorbei und Gerda und Bjørn haben 14 Tage um nach bergen zu kommen.


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One comment on “Henningsvær – Røssøy (über den Vestfjord)

  • Udo und Elke

    Erstaunt uns immer, dass es, so hoch im Norden, so friedlich ist auf See. Man stellt sich vor, dass Ihr eigentlich dauernd mit vollen Segeln unterwegs seid. Ist aber ganz anders – zu Eurem Leidwesen.
    Dafür ist es wunderschön.
    Alles Liebe von Udo und Elke, Mom und Dad