Union Island (6.1. – 11.1.16) 3


Nur 5nm von Tobago Cays entfernt liegt Union Island, das auch noch zu St. Vincent and the Grenadines gehört. Eine Insel mit einer markanten Berglandschaft. Die Bucht von Clifton ist durch ein Korallenriff gut beschützt und wir ankern dicht am Riff in 4-5 Metern Tiefe. Es ist erstaunlich ruhig hier. Steuerbord voraus liegt Happy Island, eine kleine Insel mit einer Bar darauf, sonst nichts. Hinter uns liegen einige Segelboote, die ankern und das Dorf. Das Wasser um uns rum ist hellgrün-türkis, total klar und lädt zum Baden ein. Direkt neben uns liegt die schwedische Seabee und auch Via liegt nicht weit von uns weg.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Clifton

Union Island

Happy Island

Als wir zum ersten Mal an Land gegangen sind, haben wir Celsius am Steg liegend entdeckt. Wir waren kurz an Bord und haben unsere weiteren Pläne ausgetauscht. Die liegen hier sehr unruhig! Eldrid hat den Steg um an Land zu kommen, einen „lebenden Steg“ genannt. Man kann sich kaum aufrecht halten, fühlt sich an, als wäre man total betrunken. Im Gegensatz zu Eldrid haben wir Geld am Automaten bekommen, sie hatte schon 5-10 Versuche zu verschiedenen Zeitpunkten hinter sich. In Bequia haben wir auch einmal mehrere Versuche gebraucht, bis wir endlich Geld bekommen haben. Jörg und Kathrin von der Via kamen auch zur Bank und danach haben wir zusammen den Ort erkundet. Clifton hat Charme. Es gibt einige Restaurants, einen hübschen Obst- und Gemüsemarkt und ein paar Lebensmittelläden, die aber aussehen als hätten sie gerade Räumungsverkauf aufgrund der vielen leeren Regale. Auch gibt es in jedem Laden unterschiedliche Dinge. Manche haben eine Tiefkühltruhe (also so eine normale Haushaltskühltruhe, wie man sie auch daheim hat, nicht solche großen mit Glasscheibe, wie wir sie aus Geschäften in Europa gewohnt sind), in der dann selbst abgepacktes Fleisch, meist Hühnchen, eingefroren ist. Eigentlich waren wir nur in einem Laden mit einer Tiefkühltruhe und die hatten entweder Hühnchen (selbst verpackt) oder Würstchen (die waren dann allerdings eingeschweißt). Im Reiseführer steht, dass man hier gut proviantieren könnte, aber dazu braucht man viel Zeit, denn man muss wahrscheinlich in alle Läden. Zum Glück haben wir in Las Palmas so viel eingekauft, dass wir immer noch eine ganze Weile davon leben können. Obst und Gemüse bekommt man hier zum Glück ohne Probleme. Allerdings ist es wirklich nicht billig hier.

Ein Buntes Örtchen

Ein Buntes Örtchen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Kathrin und Enno in Clifton

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

die übliche Transportmethode in der Karibik

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Obst- und Gemüsemarkt in Clifton

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Einheimischen verkaufen Obst und Gemüse aus eigenem Anbau

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Clifton

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Clifton

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Clifton – Enno mit Kathrin und Jörg von der Via

Zu unserer großen Überraschung haben wir aber ein supergünstiges Restaurant (eigentlich mehr ein Schnellimbiss, aber sehr gemütlich) entdeckt, als wir mit Kathrin und Jörg zusammen unterwegs waren. Dort essen auch sehr viele Einheimischen und wir haben für zwei Essen mit Getränken unter 50EC$ bezahlt. Und es war lecker. Außerdem gab es dort endlich mal ein funktionierendes Internet, so dass Enno Bilder aufs Blog laden konnte.

Einen Abend hatten wir ein tolles Barbecue an Bord von Via zusammen mit der Mannschaft von der schwedischen Seabee. Via´s haben einen Gasgrill, den man am Heck befestigen kann. Alle haben etwas mitgebracht und es war sehr lecker und unterhaltsam. Irgendwie wächst man zu einer kleinen Familie zusammen, wenn man sich immer wieder irgendwo trifft. Mit Celsius und SunTrip waren wir einen Abend auf Happy Island und haben ein paar Cocktails getrunken. Zum Glück war Inua nicht weit weg und wir wussten welches Ankerlicht unseres ist, denn wir hatten die Stirnlampe vergessen und auch kein Licht im Inneren angemacht. Normalerweise machen wir sonst immer unser rotes Licht innen an, um Inua unter den vielen anderen Booten wiederzufinden. Als Klaus die eine Woche mit uns unterwegs war, fühlte er sich immer wie auf der „Kampfbrücke“ von der Enterprise, wenn wir das rote Licht an hatten. Eigentlich ist es nur dazu da, um die Nachtsicht nicht zu verlieren, wenn man unterwegs ist und unten etwas machen muss.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Rum Punch

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sonnenuntergang von Happy Island aus

Die Bar auf Happy Island

Die Bar auf Happy Island

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sundowner auf Happy Island mit der Mannschaft von Celsius und SunTrip

Einer der boat-boys („Hello my friend! How are you today?“ – ist die Standardbegrüssung) wollte unbedingt Inua unter Wasser schrubben. Sie hat es auch nötig, da sie schon wieder einen ordentlichen Bart hat. Zuerst wollte er 400EC$ und wir haben nein gesagt. Zum Schluss hat er dann gesagt, er würde es für 250EC$ machen, wenn wir es uns überlegt haben. Aber wir wollen es erstmal selbst probieren. Von anderen haben wir gehört, dass sie so einen „Saugnapfgriff“ dabei haben, um mit einer Hand Halt am Rumpf zu haben und mit der anderen zu schrubben. Sonst kann man ja keinen Druck ausüben. In Grenada gibt es wieder etwas größere Orte, mal sehen ob wir da so etwas finden…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Clifton

Auf unserer Backbordseite liegt der Kite-Strand und auch einige Korallenfelder, die es zu flach zum Ankern machen. Dadurch liegen wir praktisch in der ersten Reihe, um die Kiter beobachten zu können. Manchmal kommen die sehr nah und wir werden nervös, wenn die mit ihrem Schirm zu dicht an unser Rigg kommen. Aber es sieht so aus, als ob die ihre Kite´s im Griff haben. Viel schlimmer sind die Charter-Katamarane. Wir bekommen schon jedes Mal Panik, wenn sich einer nähert und wir die französische Flagge (die meisten werden wohl in Martinique geliehen) sehen. Die lassen immer gerade so viel Ankerkette raus, dass der Anker den Grund berührt. Die müssen glauben, dass Bodenkontakt genug ist. Keiner von denen zieht seinen Anker fest oder lässt genug Kette raus. Wir fragen uns, ob da jeder ohne jegliche Erfahrung ein Boot leihen kann. Zum Glück kann sich hier keiner direkt vor uns legen. Als wir Elessis noch mal wieder getroffen haben, haben sie erzählt, dass ihnen nun zum dritten Mal einer in den Bug gefahren ist, weil der Anker nicht gehalten hat. Unsere Angst ist also nicht unbegründet… Stian von Elessis hat erzählt, dass er auf dem Zoll war, um auszuchecken. Der Beamte dort (mit 3 goldenen Streifen auf der Schulter!) hatte einen Goldring an jedem Finger, die so dick waren, dass er dabei kaum die Tastatur bedienen konnte, außerdem hatte er Stöpsel im Ohr und nebenher die ganze Zeit mit dem Kopf zum Rhythmus der Musik genickt. Ist schon eine andere Mentalität hier. Auch in den Läden, wenn man an der Kasse steht, reagieren die Angestellten oft nicht auf einen, machen in aller Ruhe das fertig, womit sie gerade beschäftigt sind (das kann dann auch eine SMS auf dem Handy sein), bevor sie einen bedienen. Aber sehr freundlich sind sie alle, nur eben ungewohnt.

Hier gibt es auch einen kleinen Flughafen mit einem wirklich abenteuerlichen Landeanflug. Die Flugzeuge streifen fast noch die Baumwipfel auf dem Berg, während sie im Sturzflug über die Häuser auf die Landebahn steuern. Immer mit der Nase nach unten. Ein paar Mal hab ich die Luft angehalten und dachte dieses Mal geht es schief, aber die Piloten haben es jedes Mal geschafft die Nase einen Sekundenbruchteil vor der Landung wieder hoch zu ziehen.

Am Montag geht es weiter nach Grenada, dem südlichsten Staat unserer Tour. Weiter in den Süden wollen wir nicht, da es dort (Trinidad und Tobago) immer unsicherer wird. Bis jetzt haben wir uns überall sicher und wohl gefühlt, obwohl wir den Elektromotor vom B jeden Abend abbauen und auch das B mit einer Kette an Inua befestigen. Inzwischen haben wir uns auch angewöhnt, den Niedergang abzuschließen, den wir seither immer oben offen gelassen haben, damit nachts genug Luft ins Boot kommt. Aber dann haben wir herausgefunden, dass die offenen Seitenfenster genauso effektiv sind, so dass wir die jetzt immer offen haben, mit dem Vorteil, dass die zu schmal sind, damit jemand heimlich einsteigen könnte.

 


Leave a comment

Your email address will not be published.

3 comments on “Union Island (6.1. – 11.1.16)

  • Elke und Udo

    Die traumhwaften Bilder und dazu die kurzweilige Reisebeschreibung lassen uns den Winter hier vergessen.
    Alles Liebe aus HH

  • Amelie, Mia, Gudrun & Wolfgang

    Das ist ein wunderschöner Bericht. Zusammen mit den Bildern können wir uns eure Erlebnisse richtig gut vorstellen. Liebe Grüße aus Oldenburg von Amelie, Mia, Gudrun & Wolfgang

  • Heide & Horst

    Schöne Bilder, eine andere Welt und Abenteuer die ihr erlebt.

    Liebe Grüße und weiterhin alles Gute
    MuPa