Sandy Island, Tyrrel Bay und St. George (11.01. – 18.01.16) 2


Eigentlich wollten wir direkt in die Tyrrel Bay auf Grenada segeln, aber als wir gerade den Anker gelichtet haben, haben uns Via auf Funk angerufen und gesagt, dass sie einen kleinen Zwischenstopp auf Sandy Island einlegen wollen auf dem Weg nach Norden. Kurz entschlossen machen wir uns dann auch auf den Weg dahin. Sandy Island liegt praktisch auf dem Weg zur Tyrrel Bay. Und es hat sich gelohnt. Nicht nur, dass wir einen tollen Nachmittag und Abend mit Kathrin, Jörg und Vincent erlebt haben, auch die Insel ist klasse. Sie ist ein 5-10 Meter breiter Streifen aus Sand und Palmen. Bei einem Hurrikane vor einigen Jahren wurde die Insel völlig weggeschwemmt und ein anderer Hurrikane hat sie dann wieder aufgebaut. Woraufhin Einheimische dann Palmen dort gepflanzt haben. Jetzt ist es ein richtiges kleines Paradies. Da das hier auch wieder ein Naturschutzgebiet ist und man nicht ankern darf, liegen wir an einer Boje. Die Rangers kommen mit dem Boot, um 25EC$ zu kassieren. Sieht aus, als ob die ihren Jobb klasse finden. Der Fahrer steht hinterm Lenkrad und die Dame, die das Geld einsammelt sitzt Füße baumelnd auf dem Deck. Türkisgrünes Wasser um uns herum, das zum Schnorcheln einlädt. Jedes Riff sieht irgendwie anders aus und hat andere Bewohner. So hat es hier andere Fische in leuchtenden Farben. Am Stand haben wir einen weißen Krebs beobachtet, der gegen die Dünung angekämpft hat. Außerdem gibt es hier Pelikane, die dicht an Inua vorbeifliegen und auf dem Wasser landen. Das sieht jedes Mal wie eine Bruchlandung aus! Den Beutel unter dem Schnabel legen sie beim Fliegen dicht an, so dass der nicht stört.

Am nächsten Morgen sind wir dann weiter in die Tyrrel Bay auf Carriacou, um auch beim Zoll einzuchecken. Sandy Island gehört auch schon zu Grenada, aber da man 24 Stunden Zeit hat, um einzuchecken war es kein Problem dort zu übernachten. Wir werfen unseren Anker direkt hinter einem norwegischen Boot, das auch an der ARC teilgenommen hat. Hier liegen sehr viele Boot vor Anker, einige sehen aus als ob sie schon seit Jahren verlassen wären. Es liegen auch einige kleinere Boote hier, so dass Inua mal nicht das kleinste Boot ist. Nach der Anmeldung beim Zoll und Immigration bestellen wir im Bootsladen (auch ein Waterworld Island wie auf St. Lucia) eine Lampe fürs Cockpit, die soll morgen um 14 Uhr da sein. Wir gehen am Strand entlang Richtung Dorf. Der Strand ist schön schattig, aber leider so schmal, dass man da nicht liegen kann, da die Wellen bis zu den Bäumen hochkommen. Wenn man läuft ,muss man an manchen Stellen den richtigen Moment abwarten, um nicht weggespült zu werden. Als wir über ein paar Treppen wieder auf die Strasse gelangen steht an der Seite ein Eimer mit Wasser, um die Füße zu entsanden. Sieht aber unappetitlich aus, so dass wir lieber mit Sand in den Schuhen weitergehen. Das Dorf besteht aus einer langen Strasse mit kleinen Cafe´s, Bar´s und Lebenmittelläden an der Seite. So eine richtige Dorfmitte gibt es nicht. Im Lazy Turtle trinken wir einen local juice und ein local beer, bevor wir mit dem B wieder zurück zu Inua fahren. Hier ist es nicht so schön und wenn wir nicht morgen unsere bestellte Lampe bekommen würden, wären wir gleich weitergezogen. Natürlich war unsere Lampe am nächsten Tag nicht da, hier ist alles immer „Island time“ – man weiß nie wann. Aber sie ändern die Bestellung, so dass wir die Lampe in St. George abholen können. Gegen Nachmittag kommt Loupan, ein schwedisches Boot, das auch mit auf der ARC war und in St. Lucia neben uns im Hafen lag an. Mit denen zusammen gehen wir im „Lazy Turtle“ Pizza Essen. Die sind vor ein paar Jahren schon mal mit der ARC gesegelt, und wollten eigentlich weiter um die Welt, sind dann aber wegen der Geburt eines Enkels noch mal nach Hause gesegelt. Nun starten sie den zweiten Versuch haben allerdings schon wieder Bescheid bekommen, dass das nächste Enkelkind unterwegs ist… Ein netter Abend und wir haben es an Bord von Inua geschafft, bevor es dunkel wurde. Bei so vielen Booten ist es gar nicht einfach das eigene wieder zu finden. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach St. George. Dort gibt es eine richtige Marina, d.h. auch mal wieder eine Dusche! Wir hatten gut Wind und konnten die ganze Strecke segeln, bis wir ins Le von Grenada gekommen sind. Die Insel sieht sehr schön aus, bergig und saftig grün. Kurz vor St. George entscheiden wir uns noch eine Nacht in einer Bucht zu ankern. Hier gibt es einen Unterwasser-Skulpturpark. Auch hier ist Naturschutzgebiet und wir nehmen eine Boje. Zum Ankern wäre es hier mit 25 Metern sowieso zu tief. Als wir das B klar haben machen wir uns auf dem Weg zum Riff. Außer uns liegt nur noch ein Segelboot an einer Boje und der große Touristenkatamaran, der noch dalag als wir ankamen ist wieder weg. Enno schnorchelt und sucht die Bucht ab, aber leider ist durch die Dünung so viel Sand im Wasser, dass er nicht mal den Grund sehen kann. Trotzdem ist es wunderschön hier. Später sitzen wir im Cockpit, bewundern den Sonnenuntergang mit einem Glas Rumpunsch in der Hand und „local music“ (Raggae) von irgendwoher aus dem Wald hinter uns. Sehr karibisch. In der Nacht geht der Ankeralarm los, den wir vorsichtshalber eingeschaltet haben, da wir den Bojen nicht trauen. Das Problem ist aber nur, dass es völlig windstill ist und wir im Kreis um die Boje treiben. Manchmal pumpert die Boje gegen den Rumpf, das ist dann so laut, dass man davon auch aufwacht. Die Dünung macht, dass Inua mal wieder ganz schön hin und her schaukelt. Trotzdem ein schöner Platz und wir kommen sicher auf dem Rückweg noch mal vorbei und schauen noch mal nach den Figuren am Meeresgrund.

Gestern Abend lagen schon zwei riesige Kreuzfahrtschiffe am Kai vor St. George. Die sind beide gestern Abend noch abgereist und heute morgen ist ein neues da. Die Einfahrt in den Hafen liegt etwas weiter im Süden, ist schmal aber gut markiert. Über Funk haben wir uns schon angemeldet und nach etwas Suchen finden wir auch den Hafenmeister, der uns unseren Platz zeigt. Als wir angelegt haben sagt er uns, dass wir auf diesem Platz nur kurzfristig bleiben können, er aber erst sein Gummiboot reparieren muss, um uns beim Vertäuen zu helfen. Nun liegen wir wieder zwischen 2 Booten mit einer mediterranen Vertäuung, d.h. mit Mooringsleinen auf dem Grund. Allerdings ist es dieses Mal so, dass unsere Taue an die Mooringsleinen geknotet werden. In Mogan haben wir die Mooringsleine am Boot festgemacht. Da sehen die Leinen nach 3 Tagen sicher sehr lecker aus, denn hier geht es unheimlich schnell, dass Dinge die ins Wasser hängen schnell bewachsen sind. Auch Inua hat schon wieder einen ordentlichen Bart. Der Hafen ist sehr nobel und schön angelegt. Hier hat es nicht nur einfache Duschen sondern man hat ein ganzes Bad mit Waschbecken, WC und Dusche. Da ist die erste Süsswasserdusche nach fast 4 Wochen mit ausschließlich Salzwasser noch mal um einiges besser!! Schon als wir in den Hafen reingefahren sind, hat uns Stian von Elessis vom Steg aus zugewunken. Abends sind wir dann auch zu Besuch bei denen an Bord (die können ja nicht weg vom Boot, wegen der schlafenden Kinder) und es gibt Rumpunsch. Schon nach dem ersten merke ich, dass der es in sich hat und als dann die zweite Runde kommt schaffe ich es Enno´s Glas mit meinem zu tauschen ohne dass er es bemerkt. Das Resultat ist dann, dass Enno fast nicht mehr gerade gehen kann, als wir kurz vor 2 Uhr auf unser Boot zurückgehen. Ich hab schon ein schlechtes Gewissen, dass Ich Enno mein Glas untergeschoben habe und das wird so schnell nicht besser, da es ihm am nächsten Tag echt nicht gut geht. Dafür lese ich ihm jeden Wunsch von den Augen ab, um es wieder gut zu machen. Als Irmelin, Stian und die Kinder am nächsten Tag kurz bei uns vorbeischauen, gibt Irmelin, die Barkeeper war, zu, dass sie die Rumflaschen verwechselt hat und dass es statt 39%igem Rum der 69%ige war, den sie gemixt hat. Das erklärt einiges. An diesem Tag kriegen wir nicht viel hin, außer dass wir einen Taucher beauftragen den Rumpf von Inua zu reinigen. Als Enno fragte, was es kostet, fragte der Mann, was Enno ihm bezahlen wollte. Enno hat 300EC$ vorgeschlagen und er hat sofort eingewilligt. Das hätten wir wahrscheinlich auch günstiger haben können, aber man wird einfach irgendwie überrumpelt. Wir sind solche Verhandlungsmethoden nicht gewohnt. Kurze Zeit später kam er dann mit seiner Taucherausrüstung zurück und es hat sich lustig angehört, als die Luftblasen unter dem Rumpf nach oben gestiegen sind… Eigentlich wollten wir am nächsten Tag weiter, aber dann kam eine Nachricht von Celsius, dass sie auf dem Weg hierher sind, also bleiben wir noch eine Nacht. Hier haben wir ein Kabelinternet, d.h. wir haben ein Kabel mit Modem direkt ins Boot und das funktioniert super. Wir schaffen es sogar zu skypen! Abend gehen wir mit Eldrid und Rolf Pizza essen im Restaurant hier im Hafen. Die sind inzwischen wieder alleine an Bord, sind aber schon wieder auf dem Weg nach Norden, um den nåachsten besuch in St. Vincent abzuholen. Es war ein schöner Abend. Morgen gehen wir weiter in den Süden von Grenada.

 

 

in den Port St. Louis in St. George weitergefahren (ganz schön viele Heilige hier, alles mit St. )


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2 comments on “Sandy Island, Tyrrel Bay und St. George (11.01. – 18.01.16)

  • Elke und Udo

    Hört sich wirklich nach großer Seglerfamilie an. So bleibt Ihr nicht allein in der schönen Karibik.
    Weiterhin viel Spaß wünschen Euch Eure Hamburger

  • MuPa

    Ihr trefft doch immer wieder Bekannte und könnt so viel Schönes erleben. Wir freuen uns mit Euch.

    Alles Gute aus dem schneebedeckten und kaltenSchwabenland

    MuPa