Grenada – Martinique 19.01. – 14.02.2016 1


Von St. George aus sind wir nur knappe 11 nautische Meilen um die südöstliche Spitze von Grenada herum nach Hog Island gesegelt. Es gab noch einige weitere Ankerplätze auf dem Weg hierher, die sahen aber alle schon recht voll aus. Auch hier in der Ankerbucht sind wir nicht allein. Es liegen hier auch sehr viele Boote, die schon einige Zeit nicht mehr bewegt wurden. Einige sehen verlassen aus. Ob die Leute an Bord keine Lust mehr hatten weiterzusegeln? Vielleicht liegen die Boote auch nur eine gewisse Zeit hier, und die Mannschaft kommt irgendwann wieder an Bord und segelt weiter?!? So weit südlich wie hier kommen nicht mehr so viele Hurrikans durch und wir sehen, dass auch einige Boote in den Mangroven hurrikansicher vertäut sind, d.h. mit einigen Leinen an den Stämmen der Mangroven vertäut. An einem kleinen Strand gibt es eine Bretterbude, die wohl eine Bar sein soll. Auf den Tischen und Bänken drumherum genießen ein paar einheimische Jungs den Nachmittag und würden uns gerne ein Bier verkaufen, leider haben wir kein Geld dabei, so dass daraus nichts wird. Wir bleiben 3 Nächte, da man hier wirklich sehr ruhig und schön liegt. Auch gibt es mal ausnahmsweise keine boat-boys, was es echt sehr entspannt macht.

Um noch mehr vom Süden Grenadas zu sehen, ankern wir noch für eine Nacht in der Prickley Bay. Als wir uns einen Ankerplatz suchen, sehen wir Raw and Wriggling hier liegen. Die haben wir schon seit St. Lucia nicht mehr gesehen. Leider ist keiner an Bord, so dass wir am nächsten Morgen weiter fahren, ohne miteinander geredet zu haben. Sehr schade. In Prickley Bay gibt es sogar eine kleine Marina und in dem Restaurant daneben gibt es ein gutes Internet. Hier hat es sogar kleine Boxen, in die man sich zurückziehen kann, um z.B. zu skypen. Wir haben allerdings unseren PC nicht mit an Land. Die Häuser, die hier vom Ankerplatz aus zu sehen sind, sind groß und sehen alle teuer aus. Hier wohnen wohl die Reichen von Grenada.

Nachdem wir nun den südlichsten Punkt unserer gesamten Langtour erreicht haben (11°58.659´N), machen wir uns wieder auf den Weg nach Norden. Weiter nach Süden nach Trinidad/Tobago gehen wir nicht, da es dort Piraten gibt. Erst zwischen Weihnachten und Silvester wurden 2 Yachten auf See von Piraten aus Venezuela überfallen und ausgeraubt.

Im Port St. Louis müssen wir unsere inzwischen hoffentlich gefüllte Gasflasche abholen, außerdem wollten wir noch mal das Kabelinternet dort nutzen und noch mal mit Enno´s Eltern skypen, da das beim letzten Mal nicht geklappt hat. Dieses Mal klappt es, aber auch erst einen Tag später, da alle Kabelverbindungen an unserem Ankunftstag vergeben waren. Als Raw and Wriggling ankommen und nur 2 Plätze von uns entfernt vertäuen freuen wir uns riesig. Es dauert nicht lange, bis Rasmus mit seinem neusten Lego bei uns ankommt und mit Enno zusammen einen Hubschrauber baut. Als wir ihm die Bilder von Tobago Cays zeigen, ist er mächtig beeindruckt von den Schildkröten und den Leguanen. Wir verbringen den Nachmittag gemeinsam am Swimming-Pool und abends gibt es bei uns an Bord Yam-Kroketten und Hühnchen. Sie erzählten uns, dass sie unerwartet lange auf St. Lucia waren, da sie leider an einem Ankerplatz auf Grund gegangen waren, und das Boot für eine längere Reparatur an Land hatten. Die Seekarte, die sie auf dem Plotter haben, hat nicht gestimmt. Auf der Navionics-Karte war es richtig eingezeichnet. Zum Glück ist das die Karte, die wir haben.

Am nächsten Tag gehen wir nur bis Moliniere, wo die Unterwasserskulpturen sein sollen. Heute ist mehr los hier als beim letzten Mal und an den Bojen direkt neben uns liegen auch Boote. Die Bojen liegen ganz schön dicht beieinander, aber so lange ein wenig Wind bläst, ist das alles OK. Zu dumm nur, dass es nachts völlig windstill wurde und die Boote dann kreuz und quer an den Bojen lagen. Als ich einmal wach war, waren wir nur 5 Meter vom Boot nebenan entfernt… aber alles ging gut. Und wenn wir aneinander gekommen wären, wäre auch nicht viel passiert bei Windstille. Bei unserem letzten Besuch in Moliniere war ja das Wasser so trüb, dass man nicht mal den Grund sehen konnte. Nun haben wir von mehreren Leuten gehört, dass man dort früh morgens schnorcheln soll, wenn noch nicht alle Touri-Taucher den Meeresboden aufgewühlt haben. Und tatsächlich, als wir am nächsten Morgen schon um 8 Uhr am Schnorcheln sind, entdecken wir die Skulpturen. Allerdings finden wir nicht alle. Aber auch andere, die schon früh auf sind finden nicht mehr und wir geben uns mit dem zufrieden, was wir gesehen haben. Eine Gruppe steht im Kreis und ein paar liegen auf dem Meeresboden verstreut. Ein wenig sehen die aus wie Zombies, da die Naturgewalten schon etwas an ihnen genagt haben… Zum Auschecken von Grenada legen wir uns noch mal eine Nacht in die Tyrell Bay. Da es hier leckere Pizza gibt, lassen wir uns die am Abend nicht entgehen. Im Lazy Turtle (der Pizzeria) werden wir von der Kellnerin begrüßt und sie stellt sich uns sogar mit ihrem Namen vor. Sehr guter Service. Als wir mit der Pizza fertig sind, kommt sie mit einem karibischen Käsekuchen an. Da wir beide schon satt sind, teilen wir uns ein Stück. Es ist ja immer interessant einheimisches Essen zu probieren. Und wir wurden nicht enttäuscht – lecker! Als wir gerade unser B klarmachten, um wieder zu Inua zurückzufahren, kam auf einmal ein Mann (sah aus wie der Koch – mit Schürze) angelaufen und meinte, wir sollten noch kurz warten, die Kellnerin wollte noch mal mit uns reden. Es stellte sich heraus, dass eine Pizza nicht auf der Rechnung enthalten war. Wir hatten uns schon gewundert, dass es so günstig war.

Sein eigenes Boot auf einem Ankerplatz mit vielen anderen Booten wiederzufinden ist nicht so einfach, wenn es dunkel ist. Wir haben inzwischen ein kleines Licht im Cockpit, außerdem lassen wir innen immer unsere „Kampfbrücke“, wie Klaus das genannt hat, an. Wenn man alle Gardinen zurückzieht sieht man das Rotlicht schon aus einiger Entfernung. Als wir am nächsten Morgen auschecken, bleibe ich am Dingykai im B sitzen um dem Trubel mit Elektromotor auseinanderbauen (wir nehmen die Pinne immer mit an Land) und Boot anketten, zu entgehen. Langweilig wird mir nicht, denn unter dem Kai hat es Krabben, die ich endlich mal so richtig aus der Nähe beobachten kann. Die sind sonst immer ruckzuck weg, wenn sie eine Bewegung wahrnehmen. Die sehen aus wie die Replikatoren bei Stargate. Enno hatte auch “Spass” beim Auschecken. Das funktioniert hier normalerweise mit einem online System (SailClear), wo man alle Daten schon vorher ausfüllen kann und der Zollbeamte die dann an seinem PC aufrufen kann. Das spart das Ausfüllen von ewig langen Formularen. Als Enno dort ankam, kam gerade was interessantes im Fernsehen. Erstmal musste er lange warten, bis der Zollbeamte fertig war mit fernsehen und dann hat er ihm erklärt, er müsse das Formular ausfüllen, da der Kollege, der SailClear kann, heute nicht da wäre. Nur dass es ein und derselbe Beamte war und er beim einchecken SailClear noch perfekt beherrscht hat!! Ach ja und einen Kugelschreiber hat Enno auch nicht geliehen bekommen, da musste er in den nächsten Laden und sich einen kaufen – echt der Hammer. Aber es lohnt sich nicht sich aufzuregen, man kann sowieso nichts machen. Die haben einen in der Hand.

Weiter geht es am nächsten Tag nach Sandy Island. Da es dort letztes Mal so schön war, haben wir uns gedacht noch mal einen kleinen Zwischenstopp einzulegen. Leider wird es eine sehr unruhige Nacht, da es viel Wind hat und die Wellen ungebremst um Sandy Island ziehen. Vorletzte Nacht bei Moliniere hätten wir den Wind gebrauchen können – kommt immer zur falschen Zeit. Trotzdem ist es schön dort und wir beobachten Pelikane, Fregattvögel und ein paar französische Charter-Katamarane beim Anlegen an der Boje. Zum Glück legt sich keiner direkt vor uns. Aber es ist wie immer abenteuerlich.

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Clifton (St. Vincent and the Grenadines). Als wir uns angemeldet hatten, sind wir in ein Internettcafé und da haben wir die schockierende Nachricht erhalten, dass Enno´s Papa am Tag zuvor gestorben ist. Wir sind sehr traurig!

Nun gilt es so schnell wir möglich Flüge nach Hamburg zu kriegen. Wo lassen wir das Boot? Können wir beide weg oder bleibe ich an Bord? Da Martinique zur EU gehört (Frankreich), planen wir dorthin zu gehen. Da wird es dann auch nicht so kompliziert mit Ein- und Ausreise, wie auf den anderen Inseln. Im Süden gibt es einen Hafen und wir hoffen, dass Inua dort sicher alleine liegen kann. Unbewohnte Boote laden zum Diebstahl ein. Am nächsten Tag geht es weiter nach Bequia. Da treffen wir Antares wieder, die wir zum letzten Mal in Puerto de Mogan gesehen haben. Dieses Mal liegen wir im südlichen Teil der Bucht vor dem Strand und Jacks Bar. Es ist viel weniger los als an Weihnachten. Wir bleiben 2 Tage und konnten in einem Internetcafé mit gutem Internet endlich mit Enno´s Mutter skypen. Es ist so schrecklich traurig!

Zusammen mit Antares geht es weiter nach Soufriere auf St. Lucia. Hier geben uns ein paar boat-boys eine Boje (man darf hier nicht ankern – Naturschutzgebiet). Es stellt sich heraus, dass das eine Privatboje ist. Als Enno schon fast mit Erhard unterwegs Richtung Land ist, um uns anzumelden, taucht der Besitzer mit einem riesigen Katamaran auf und möchte an seinen Platz. Enno kommt zurück und wir finden eine Boje weiter draußen. Eigentlich ist das ja nicht so schlimm, aber ärgerlich, denn die boat-boys haben die 10 EC$ nicht wirklich verdient. Es fallen ein paar heftige Worte zwischen den boat-boys und uns, die vielleicht nicht so heftig gewesen wären, wenn unsere Nerven nicht sowieso schon zum Zerreißen gespannt gewesen wären. Die Boje bei den Fischern kostet 60EC$. Ganz schön teuer! Auf den Inseln im Süden haben wir meist so um die 25EC$ bezahlt. Nach der ARC waren wir mit John schon mal hier. Eigentlich eine ganz nette Stadt. Auf der Südseite der Bucht leben die armen Einheimischen in sehr provisorischen Häusern. Überall hört man Hähne krähen (die fangen schon morgens gegen 4 Uhr an). Es stinkt nach Abwasser. Soufriere werden wir wohl nicht in guter Erinnerung behalten. Wir wollten ja eigentlich ein- und auschecken gleichzeitig, aber die Dame von der Einwanderungsbehörde hatte superschlechte Laune und Enno hat den Ausreisestempel im Pass nicht bekommen. Super! Sich mit den Leuten anzulegen lohnt sich nicht, da man sonst zur WE-Gebühr auch noch irgendeine andere Extragebühr bezahlen muss.

Also geht es am nächsten Tag in die Marigot Bay. Das ist eine Bucht weiter nördlich. Wir versuchen in der äußeren Bucht zu ankern, um nicht an eine der teuren Bojen in der inneren Bucht zu müssen, aber der Anker hält nicht – trotz 2 Versuchen. Also fahren wir weiter rein in die innere Bucht. Es ist viel schöner hier drin und wir nehmen eine Boje zusammen mit Antares. Das ist lustig, dass wir direkt aneinander liegen. Abends gehen wir zusammen Essen in dem Restaurant, das unseren Booten am nächsten liegt. Das Restaurant ist richtig nobel, das Essen superlecker und der Dingi-Kai sieht aus wie ein beleuchteter Swimming-pool, den an erreicht indem man unter einen kleinen Brücke durchfährt. Hinterher stellt sich heraus, dass das Restaurant DAS RESTAURANT in der Karibik ist. Normalerweise muss man ewig vorher einen Tisch bestellen – wir hatten Glück. Es war nicht billig, aber das Essen war genial. Hinter uns an einer Boje liegt ein Segelboot vertäut, von dem nur noch der Mast rausschaut. Die boat-boys hier sind viel netter und haben ein paar nette Verkaufsstrategien. Am nächsten Morgen (Montag) machen wir uns auf den Weg an Land, um den Ausreisestempel zu bekommen, den uns die „nette“ Beamtin in Soufriere nicht geben wollte. Arbeitsbeginn sollte 8 Uhr sein. Kurz vor 9 Uhr ist der Zollbeamte aufgetaucht, aber den brauchten wir ja nicht mehr, da die Papiere fertig waren. Er wusste nicht, wann seine Kollegin von der Immigration auftauchen würde und hat nach einiger Zeit gemeint, dass der Stempel nicht so wichtig wäre… Da wir weiter wollen, um endlich die Flüge buchen zu können ist es uns auch egal. Nach St. Lucia kommen wir auf dieser Reise nicht mehr zurück. Aber es kann schon problematisch sein, wenn man einen Stempel zu wenig hat. Auf Union Island hat die Immigrationsdame bemängelt, dass in meinem Pass ein Ausreisestempel fehlt. Aber da in Enno´s Pass 2 identische Stempel sind, war das wohl der Fehler ihres Kollegen, was sie dann auch erkannt hat.

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Martinique. Das ist Frankreich. Wir bekommen einen Platz im Hafen in Le Marin und beschließen, dass Inua hier sicher liegt. Wir liegen an einem Steg, auf dem die meisten Boote bewohnt sind. Neben uns liegt eine französische Familie aus Südfrankreich, die für 2 Jahre hier arbeitet. Die Frau spricht gut englisch und sogar etwas deutsch. Schäferhund und Katze gibt’s auch an Bord. Im Hafenbüro buchen wir Flüge für uns beide!!! Nach 2 Anläufen bekommen wir endlich unsere Flüge bestätigt. Internet gibt es hier nur im Hafenbüro eine halbe Stunde für 5€. Wucher! Unsere St.Lucia-Telefonkarte funktioniert hier nicht, und wir holen uns eine neue. Mein Handy, hat seit wir in der Karibik sind keinen Empfang. Ich hatte gehofft, dass es hier evtl. wieder funktioniert, tut es aber nicht, obwohl das doch nun EU ist?!? Einkaufen im Euroland ist klasse. Im Laden direkt am Hafen hat es eine gute Auswahl und es gibt ALLES in EINEM Laden, juhuu. Und es ist auch nicht so teuer wie weiter im Süden. Schon seit Wochen habe ich davon geträumt so viel Joghurt zu essen, bis mir schlecht wird. Richtig große Joghurtbecher gibt es hier leider nicht, aber Früchtequark im 500gr -Becher und der ist soooo lecker. Das letzte Joghurt gab es in Las Palmas, muss man sich mal vorstellen!! Nachdem nun alles mit den Flügen geregelt war wollten wir eigentlich nach 3 Tagen wieder raus aus dem Hafen, aber dann hat sich Antares angemeldet und wir sind noch eine Nacht länger geblieben.

Am Wochenende ist Fasching hier und wir wollen nach Fort de France, der Hauptstadt. Der Ankerplatz direkt vor der Stadt ist allerdings total unruhig. Es bläst mit 25-30 Knoten und der Schwell ist heftig, alle Boote schaukeln unablässig. Das ist uns zu unruhig, deshalb überqueren wir den Fjord noch einmal (Gegenwind jetzt) und ankern bei Les Trois Isles. Ein schöner Ankerplatz, direkt bei einem Golfplatz, aber man muss gut aufpassen, denn es hat viele zu flache Stellen, die nicht markiert sind. Hier kann man sich auf die Seekarten nicht so verlassen, wie in Norwegen. Wir sind das einzige ausländische Boot, alle anderen sind Einheimische und es ist keiner an Bord. Wir ankern hier also so einsam wie in Norwegen.

Mit einem Fährboot kommen wir für 7€ (hin-und-zurück/Person) nach Fort de France. Die Überfahrt dauert eine gute halbe Stunde. Fort de France ist keine hübsche Stadt, aber man spürt, dass sich alle auf den Karneval vorbereiten. Überall gibt es Kostüme zu kaufen. Der Karneval geht heute um 16 Uhr los, das letzte Fährboot geht aber schon um 16:30, das verpassen wir also. Morgen ist der Hauptkarnevalstag und der startet schon um 15 Uhr. Da sehen wir dann wenigstens eine Stunde, bevor das Boot zurück geht. Schöne Kostüme, aber es ist heiß in der Sonne zu stehen. Wie schwitzen dann erst die Darsteller? Die Nacht am Ankerplatz wird auch laut. Laute Musik bis in den frühen Morgen. Karneval wird hier ordentlich gefeiert.

Nach ein paar Nächten bei Les Trois Isles geht es weiter nach St. Pierre, das am Fuße des Vulkans Pele liegt, der 1902 das letzte Mal ausgebrochen ist. Es gab nur 2 Überlebende in der ganzen Stadt. Ironischerweise saß einer davon lebenslänglich im Gefängnis. Ankern ist nicht so einfach hier, da nur ein schmaler Streifen an der Küste entlang flach genug ist. In einem größeren abgesperrten Gebiet kann man nicht ankern, da dort noch die Wracks der Schiffe liegen, die damals beim Vulkanausbruch im Hafen lagen und gesunken sind. St. Pierre ist ein nettes Dorf. Leider ist der Karneval noch immer nicht fertig und die Musik spielt in einer Höllenlautstärke bis morgens (6 Uhr!). Es gibt noch einige Ruinen, vom Gefängnis und Theater, die wir uns anschauen. Am ersten Abend kommt Shoshana und wir verbringen einen gemeinsamen Abend. Die haben wieder denselben Besuch dabei, wie schon in Spanien. Lustig. An unserem letzten Tag hier kommt ein französischer Katamaran ohne stehenden Mast angefahren. Der Mast liegt der Länge nach über den Katamaran und hängt am hinteren Ende mit Segeln drauf im Wasser. Oje! Als sie ankern machen wir unser B klar und fragen ob wir helfen können. Es ist schon ein amerikanisches Paar da, um zu helfen. Die erzählen, dass die beiden älteren, französischen Herren vom Katamaran kein Wort englisch sprechen, aber dass sie sich über jede Hilfe freuen. Denen ist auf dem Weg zwischen Dominika und Martinique die Befestigung des Vorstags am Mast gebrochen. Wir können das Vorsegel retten, nachdem wir den Vorstag komplett vom Mast und Bug gelöst haben. Aber auch als der Baum vom Mast entfernt ist, schaffen wir es nicht das Grossegel zu retten, da es zwischen Mast und Dach des Katamarans eingeklemmt ist. Das schneidet der Franzose selbst in Stücke. Der Mast muss wohl so bleiben, da wir den mit nur 7 Personen (es ist noch ein Australier dazu gekommen) keinen Millimeter bewegen können. Die müssen nach Le Marin, um den Schaden reparieren zu lassen. Hoffen wir, dass es unterwegs nicht zu viele Wellen hat. Nicht dass sie den Mast noch verlieren. Das war echt eine spannende Erfahrung, aber selber erleben will man so was nicht. Deren Rigg war allerdings schon 30 Jahre alt und es wurde noch nie was daran ausgetauscht. Arme Franzosen, die sprachen wirklich kein Wort englisch, aber Enno konnte sich wenigstens ein wenig mit ihnen verständigen, obwohl sein französisch mit vielen norwegischen Wörtern angereichert war. Enno hat angefangen Inua den Bauch zu schrubben, da sie schon wieder einen kleinen Bart hat. Inzwischen haben wir ja so einen Saughandgriff, den man am Rumpf festmachen kann und damit geht das echt gut. Wir bleiben 3 Nächte, dann machen wir uns wieder auf den Weg in den Süden.

Nächster Stopp ist Grand Anse D´Arlet, eine nette und große Ankerbucht mit einem Strand, an dem echt mal was los ist. Es gibt eine Strandpromenade mit Restaurants und Bars, aber sonst nichts. Das eigentliche Dorf liegt in einer zweiten Bucht ein kleines Stück weiter südlich. Am nächsten Tag legen wir ab und ich steuere, während Enno den Anker hochzieht. Wir treiben immer mehr auf eine Mooringsboje zu und ich bin so blöd, dass ich, als ich sie nicht mehr sehen kann den Rückwärtsgang reinmache. Leider sind wir schon drauf. Der Motor piept und geht aus. Wir hängen mit dem Propeller im Tau fest. Enno kann es nicht fassen, wie ich da drüber fahren konnte – ich auch nicht! Mit einem Tauchermesser bewaffnet taucht Enno, um das Tau durchzuschneiden. Aber er schafft es mit einigen Tauchgängen das Tau jedes Mal weiter abzuwickeln. Vom Nachbarboot macht sich einer mit dem Gummiboot auf den Weg zu uns und fragt ob wir Hilfe brauchen, aber Enno hat uns schon los und wir können weiter. Puhh, das war aufregend und echt dumm von mir!!

Weiter geht es nach St. Anne. Das ist ein riesiger Ankerplatz, direkt vor Le Marin. Hier bleiben wir eine Nacht. Leider spielt wieder die halbe Nacht laute Musik, so dass Enno mit Oropax schlafen geht. Morgens, zwischen ein paar Regenschauern, nochmal Rumpf putzten, dann gehts in den Hafen. Hier liegen wir wieder an unserem alten Platz. Das ist gut, denn dann haben die Franzosen nebenan einen Blick auf Inua, während wir in Hamburg sind.


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One comment on “Grenada – Martinique 19.01. – 14.02.2016

  • Amelie, Mia, Gudrun & Wolfgang

    Wir hoffen, dass ihr gut nach Martinique zurückgekommen seid und den weiteren Törn trotz der Trauer noch genießen könnt. LG aus dem regnerischen Oldenburg von AMGV