Winter/Frühjahr 2021 2


Im Winter hatten wir Inua die meiste Zeit an der Gästebrücke im Hafen in der Stadt liegen. Bei viel Wind von SüdWest kommen die Wellen von der Molenöffnung bis in die Rønvikmarina, was dann dazu führt, dass der Schwimmponton sich mit allen Elementen gegengleich bewegt. Das führt wiederum dazu, dass sich Inua die ganze Zeit vor und zurück bewegt, was eine unheimliche Belastung für die Stege an den Bootsplätzen ist… und auch für die Klampen an Bord. Deshalb haben wir Inua in der Stadt liegen. Dummerweise haben wir da keinen festen Platz, d.h. wenn man rausfährt kann es sein, dass der Platz dann weg ist wenn man zurückkommt. Das Ganze hat dazu geführt, dass wir im Winter nicht viel segeln waren, leider.

Inua im Stadthafen in Bodø
Eiszapfen und Schnee

Aber wir haben einiges an Bord ausgebessert und repariert. Ende März, am ersten Wochenende zurück in der Rønvikmarina haben wir das Grossegel wieder montiert. Das hatten wir im Winter zur Reparatur geschickt, da es ein paar kleine Stellen zum Ausbessern gab. Ausserdem mussten wir eine Naht auftrennen, um eine abgebrochene Segellatte zu entfernen. Zum Glück hatten wir noch Reservelatten, die wir auf die richtige Länge sägen und anpassen mussten. Das hat aber alles gut geklappt.

Inua wird immer noch besser ausgestattet. Hier bauen wir einen AIS Alarm ein.
Nördliche Ankerbucht auf der Landegode

Mitte April hatten wir Inua für den üblichen Frühjahrsputz an Land und da hat sie dann endlich ihren richtigen Propeller montiert bekommen. Wir hatten ja noch immer den Ersatzpropeller vom letzten Jahr.. Ausserdem haben wir noch 2 weitere Rumpfdurchbrüche ausgetauscht. Das können wir inzwischen auch gut. Dieses Jahr hatten wir so gutes Wetter wir noch nie zum Frühjahrsputz, weshalb wir auch schon einen Tag früher als geplant wieder ins Wasser konnten :-).

Pause in der Sonne

Im Herbst hatten wir ja Probleme mit dem Motor fürs Grossegel im Mast. Nachdem Enno das Getriebe ausgetauscht hatte, hat alles wieder funktioniert, weshalb wir auch das Segel wieder montiert haben. Da wir aber nicht sicher waren, ob nicht doch der Motor im Mast das Problem ist, haben wir den vorsichtshalber immer dabei gehabt, obwohl das ein unhandliches und schweres Teil ist. Und dann hat der Motor wieder gestreikt, bei der ersten Ausfahrt nach dem Frühjahrsputz, zum Glück an einem Tag mit wenig Wind, denn das manuelle Einrollen vom Grossegel ist eine Geduldsprobe. Man braucht viele Umdrehungen um einen Zentimeter Segel einzurollen. Dabei muss der Bug die ganze Zeit in den Wind zielen. Da war aber Land im Weg, so dass wir nochmal einen Kringel drehen mussten, um es ganz einzurollen. Um den Motor zu tauschen musste das Grossegel mit allen seinen 5 Latten, die länger sind als das ganze Schiff, wieder demontiert werden. Dann den 12 kg schweren Motor raus, und den neuen rein. Um den Motor in die richtige Position zu bringen, um ihn ins Getriebe einzuhängen hat man einen 1/2 cm breiten Schlitz, in dem wir mit einem Holzstück den Motor anheben mussten bis zur passenden Stelle. Dafür haben wir ewig gebraucht :-(!! So eine Fisselarbeit. War total nervig, aber wir hatten ja den alten Motor schon 1-2 mal aus und wieder eingebaut, so dass wir schon etwas Übung hatten. Aber es war trotzdem nicht lustig, bei Minustemperaturen und Wind ohne Handschuhe, da man damit ja gar kein Gefühl hat. Dann das Segel mit dem Latten wieder draufmontieren. Jetzt hält es hoffentlich!! 

Reparatur an den Davits, die waren etwas locker.

Wir hatten schon einige wunderschöne Segeltouren mit Inua vor dem Sommer, hier eine kleine Auswahl:

Sonnenuntergang kurz vor Mitternacht auf der Sørfygløy im Mai
Das letzte Sonnenlicht auf den Masten der Segelboote im Hafen von Sørfygløy
Die Aussicht beim Zähne putzen – Blick auf den Gletscher, auch im Mai
Wir ankern am Fuss einer senkrechten Felswand am Eingang zum Mistenfjord Anfang Juni
zu Fuss unterwegs in Geitvågen
Hier kann man im Juli so gekleidet sein…
oder in T-Shirt und Shorts 🙂
Beim Ankern auf Steinsvær ist eine gute Ernte garantiert 😉
Mit Diane und Arild in Misvær
Wandern bei Mjelle und wir haben Moltebær gefunden…

Zu schreibender Stunde donnert schon der zweite Sommersturm über uns weg. Hier liegt Inua “sturmvertäut” in der Rønvik-Marina. Wir haben einen neuen Platz und hoffen, dass sie da auch im Herbst und Winter sicher liegen kann.

Gut vertäut im Sturm mit bis zu 39 Knoten Wind und unter 10 Grad Lufttemperatur – fast wie im Winter.


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2 comments on “Winter/Frühjahr 2021

  • MuPa

    Schön wieder mal was zu lesen und mit dabei zu sein, was ihr alles erleben können.
    Wir freuen uns schon auf Neuigkeiten!
    Liebe Grüße vom Schwabenlände.
    MuPa

  • Elke Rodegerdts

    Es war eine Menge Arbeit auf und mit Inua im Winter und Frühjahr. Den Erfolg werdet ihr hoffentlich jetzt in eurem – wie wir hoffen – schönen und sonnigen Urlaub genießen können. Wir denken an euch und grüßen euch aus Hamburg, eure Ilka und Elke