Støtt – Røst 1


Ein toller Vollmond war zu sehen, als ich nachts mal aus dem Fenster geschaut habe. Allerdings zogen auch dichte Nebelschwaden von Westen ins Innland. Wir können nur hoffen, dass sich der Nebel bis zum Morgen auflöst. Als wir gegen 9 Uhr aufstehen ist der Nebel weg und wir kommen kurz vor 10 Uhr los.

Direkt bei Kunna treffen sich die Hurtigrute und ein grosses Kreuzfahrtschiff. Wir haben guten Wind und legen den Kurs nach Røst. Schon nach kurzer Zeit sehen wir, dass eine Nebelbank auf uns zu kommt und bald sind wir auch schon darin verschwunden. Tussito, die nur ein kurzes Stück hinter uns segelt, ist nicht mehr zu sehen. Zum Glück haben wir AIS und können darauf sehen, dass keine anderen Boote unseren Weg kreuzen. (Allerdings nur die, die auch ein AIS-Signal senden…) Ein ganz schön mulmiges Gefühl, so von der Aussenwelt abgeschlossen zu sein. Fast 3 Stunden sind wir in wirklich dichtem Nebel gefangen, manchmal kann man nicht mal 3 Wellenlängen weit sehen. Plötzlich wird der Himmel vor uns blauer und der Nebel lichtet sich. Wir sagen Gerda und Bjørn über Funk Bescheid, dass wir gerade aus dem Nebel herausgefahren sind und an Bord von Tussito bricht Jubel aus. Kurze Zeit später tauchen sie nicht weit hinter uns aus dem Nebel auf.

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Die nächsten Stunden segeln wir bei Sonne pur und gutem Wind, der immer stärker wird und bald 20-25 Knoten erreicht. Das war mal wieder nicht angesagt. Enno übt sich mit dem Sextant und findet raus, wo wir sind 😉

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Über im Innland braut sich ein ordentliches Gewitter zusammen.

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Voraus sehen wir die nächste Nebelbank auf uns zukommen und von Røst sehen wir noch nichts. Zum Glück ist diese Nebelbank nicht so dicht, es ist mehr hoher Nebel, der uns zwar die Sonne nimmt, nicht aber die Sicht.

Als wir uns Røst nähern wird der Wind immer mehr, und auch im Hafen bläst es nicht weniger. Das Anlegemanöwer ist nicht ganz einfach, aber wir sind vertäut, als Gerda und Bjørn ankommen und können denen beim Vertäuen helfen. Hinter uns liegt eine Colin Archer, ein schönes Holzsegelboot.

Heute haben wir uns unseren Ankerdram wirklich verdient, bei so viel Wind und Nebel über den Vestfjord, das ist schon was. Wir fühlen uns wie Helden, alle zusammen!! Abendessen gibt es heute auf Tussito und nebenbei hören wir uns das WM-Endspiel im Radio an. Heia Tyskland!!!


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One comment on “Støtt – Røst

  • Udo und Elke

    Das war ein nicht nur abenteuerlicher sondern auch gefährlicher Segeltag. Wir gratulieren zum erfolgreichen “Zieleinlauf”.
    Alles Liebe aus HH