Prins Karls Forland 13.7. – 15.7. 1


Trygghamna – Poolepynten

Wir starten bei Regen heute Morgen und der Vogelfelsen ist kaum zu sehen. Es nieselt die ganze Zeit und die Dünung kommt von der Seite. Ab und zu schaukelt sich Inua sich heftig auf. Kein Segelwind. Nach einer Weile können wir die Berge und Gletscher im Osten sehen, aber vom Prins Karls Forland ist absolut nichts zu sehen. Der Nebel verdichtet sich noch mehr, aber Rolf meint, dass die Sicht gut ist?!? Ich sag nur, ja, wir sehen den Bug und die Mastspitze 🙂

Kurze Zeit nachdem wir den Isfjord verlassen haben verschwindet auch das Handynetz wieder und wir sind von der Welt abgeschnitten. Es ist schon komisch, dass auf einmal so was alltägliches wie Handy und Internet nicht mehr da sind.

Als wir um die Kante beim Poolepynt kommen, sehen wir die ersten Walrösser, 2 im Wasser und mehrere an Land. Sogar ohne Fernglas sieht man, wie die Köpfe hochstehen. Mit dem Fernglas sieht man, dass welche auf dem Rücken liegen und die langen Zähne in die Luft strecken. Es riecht auch etwas, als wir direkt bei ihnen vorbeikommen, aber wo wir ankern ist die Luft rein.

Mit dem B machen wir uns auf den Weg an Land. Man soll mindestens 300m Abstand zu den Walrössern an Land haben, wenn man sich mit dem Gummiboot nähert. Walrösser sind geräuschempfindlich und mögen keine Gummiboote. Ich möchte auch kein Walross im Wasser sehen, wenn wir unterwegs sind, wenn man sich vorstellt, was diese langen Zähne mit einem Gummiboot machen würden…. Wir sind jedenfalls einen Kilometer von den Walrössern entfernt…laufen ewig am Strand lang. Hier sind sehr viel Holzstämme angeschwemmt und die liegen kreuz und quer. Es ist schwierig zu laufen, da man immer einsinkt und es sich anfühlt als ob man durch feinen Sand läuft. Am Ende der Landzunge liegen alle Walrösser auf einem Haufen, wir können sie nicht mal genau zählen, aber es sind mindesten 8. Sie schlafen. Ab und zu hebt mal einer den Kopf, schaut uns gelangweilt an und legt sich wieder ab. Wir können dicht herangehen und schöne Fotos machen. Hier stehen auch noch eine Hütte vom sysselmester und ein anderes, komisch dachgeformtes “Gebäude” aus Holzstämmen. Auf dem Rückweg am Strand sehen wir ein Rentier mit einem tollen Geweih, erst kommt es uns entgegen, aber dann ergreift es doch die Flucht durch den See und schwimmt davon. Auf der Strecke mit dem B zu Inua fängt es wieder an zu regnen und wir werden etwas nass. Das kleine französische Segelboot (Karakela) hat inzwischen auch hier geankert. Es ist windstill und ruhig hier. Abends regnet es nochmal, aber wir hatten einige Stunden ohne Regen heute (im Gegensatz zu dem was angesagt war) und so richtig neblig war es ja auch nicht. Hat allerdings ewig gedauert, bis wir was vom Prins Karls Forland gesehen haben.

Poolepynten – Engelskbukta

Wir wachen zu blauem Himmel auf und können es kaum glauben!! Es war eigentlich bewölkt und Regen gemeldet. Es ist total windstill und wir machen uns auf den Weg an der Küste vom Forland entlang. Dass wir hier so wenig segeln können hätte ich nicht gedacht, aber es ist wohl normal, dass es oft sehr wenig Wind hat und aus den Fjorden hat man wie gewöhnlich den Wind entweder direkt entgegen oder direkt von hinten. Auch nicht gut zum segeln. Es ist eine tolle Landschaft, ein Gletscher am anderen und hohe Berge. Bei Sonnenschein sieht man endlich alles. An einer flacheren Stelle versucht Rolf sein Anglerglück und fängt schon nach kurzer Zeit 2 Fische gleichzeitig. Juhuu, endlich!! Ist zwar nicht die Sorte Fisch, die Rolf am liebsten hätte (ishavsrøye), sondern nur Dorsch (immerhin “ishavs”-torsk), aber ich freu mich, dass es endlich Fisch gibt. Enno versucht auch sein Glück und auch er zieht 2 Fische gleichzeitig raus. Zum fischen sind wir mit nur 2-3 Knoten Fahrt hin und her gefahren, bei 32m Tiefe haben sie angebissen. Dass man 2 Fische auf einmal fängt (mit mehreren Angelhaken an der Schnur) liegt daran, dass die im Schwarm unterwegs sind. Wir beschliessen, dass 4 Fische genug sind für Mittagessen heute und morgen und machen uns weiter auf den Weg zum nächsten Gletscher, bevor wir über das Riff gehen. Det hat eine schöne Gletscherwand, die wir näher betrachten wollen. An der Küste entlang hat es Eisbrocken im Wasser, also ein kalbender Gletscher. Wie es aussieht der einzige auf dieser Seite vom Riff, der kalbt. Die anderen haben sich alle aufs Land zurück gezogen. Wir drehen wieder um und bewegen uns auf die eingezeichnete Route in der Seekarte über das Riff zu. Hier ist es an einigen Stellen nur etwas über 3 Meter tief, was grössere Schiffe zwingt aussen herum zu gehen. Bevor wir über das Riff gehen sehen wir noch einen Finnwal, man sieht nur den langen Rücken und den Blas. Coole Sache!

Plötzlich kommt Wind auf, und unser auserkorener Ankerplatz passt nicht mehr. Wir gehen Richtung Festland und hoffen, dass wir in Engelskbukta vor Wind und Wellen beschützt liegen können. Wir ankern an der Nordseite der Bucht, etwas Schwell kommt noch herein, aber nur für eine kurze Zeit, dann dreht der Wind von NW nach O und die Wellen glätten sich aus. Hier bläst es oft über die Gletscher, auch wenn die vorherrschende Windrichtung anders ist. Sehr friedlich hier, mit 2 Gletschern, einer winzigen Hütte, Rentieren, einem Seehund und vielen Vögeln. Wir haben einen schönen warmen Abend im Cockpit. Irgendwann ruft uns Karakela über Funk und will wissen, ob der Ankerplatz OK ist. Die sind mit dem winzigen französischen Segelboot unterwegs und haben gestern bei Poolepynten zusammen mit uns geankert. Sie ankern nicht weit von uns weg etwas näher an Land.


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One comment on “Prins Karls Forland 13.7. – 15.7.

  • Elke Rodegerdts

    Kontrasterlebnisse zur dunklen Kohlelandschaft. Wir versuchen uns die beeindruckenden Gletscher vorzustellen und wären gern bei euch. In Gedanken bei euch, eure Hamburger